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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Geburtstag: „80! Ich fühle mich wie 43“

26.10.2019

London „80! Ich kann es nicht glauben. Ich fühle mich wie 43. Ich wünschte, ich wäre 43“, sagte John Cleese in der Fernseh-Show „Lorraine“. Kein Wunder, denn mit 43 war er auf dem Höhepunkt seines Erfolgs: Der Monty-Python-Film „Der Sinn des Lebens“ wurde auf dem Filmfestival in Cannes ausgezeichnet, „Das Leben des Brian“ entpuppte sich als Kassenschlager und „Die Ritter der Kokosnuss“ erlangten Kultstatus. Damals definierte die Komikertruppe weltweit den Maßstab für surrealen Humor.

An diesem Sonntag, 27. Oktober, feiert John Cleese seinen 80. Geburtstag mit einer Party. Aber er werde sicherstellen, dass keiner der Pythons dort sei, witzelte er in der Sendung „Lorraine“: „Ich will nicht, dass die schmuddeligen Ritter herumhängen.“

Anfang Oktober wurde er bereits mit dem Deutschen Comedypreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung zitierte der Brite aus „Monty Pythons Fliegendem Zirkus“, den beiden Spezialsendungen für das deutsche Fernsehen: „Ich kann mit einem Eierlöffel Fledermäuse töten.“

Geboren wurde er in Somerset. Mit zwölf überragte Cleese seine Mitschüler bei Weitem – er war 1,80 Meter groß – und wurde „von Leuten gehänselt, die buchstäblich halb so groß waren wie ich“, sagte er der amerikanischen Radiostation WBUR. „Aber ich fand heraus, dass es sofort eine Akzeptanz und Wärme gab, wenn ich sie zum Lachen brachte.“ Seinem Vater – einem Versicherungsagenten – stand er sehr nahe: „Er übernahm das emotionale Bemuttern, das ich nicht von meiner Mutter bekam“, sagte John Cleese dem „Telegraph“.

Seine Mutter pflegte ihn mit den Worten vorzustellen: „Dies ist mein Sohn, John. Er war ein Unfall.“ Dem „Sunday Times Magazine“ verriet Cleese: „Sie war eine Tyrannin“ und Grund für seine vielen Therapien. Bis er 35 war, fühlte er sich in der Gegenwart von Frauen sehr unwohl.

Eine seiner beiden Töchter wurde ebenfalls Komikerin. Camilla Cleese witzelte in ihrer Show über die vierte Frau ihres Vaters: Diese sei „das neue Kind in der Familie“ – Jennifer Wade ist über 30 Jahre jünger als Cleese.

Nach ersten Comedy-Erfolgen in den 60er Jahren ging er in die USA und lernte dort nicht nur den späteren Python-Karikaturisten Terry Gilliam kennen, sondern auch seine erste Frau Connie Booth. Sie schrieben die Kultserie „Fawlty Towers“ in den 70er Jahren zusammen und standen gemeinsam vor der Kamera. Cleeses Zeile „Don’t mention the war!“ (Deutsch: Erwähne nicht den Krieg!) wird bis heute in Großbritannien gern zitiert.

Zurück in England arbeitete John Cleese mit einigen der späteren Python-Mitglieder fürs Radio und Fernsehen, bis die BBC schließlich die absurde Kultserie „Monty Python’s Flying Circus“ in Auftrag gab. Vor genau 50 Jahren lief sie zum ersten Mal im Fernsehen – verbannt auf einen nächtlichen Sendeplatz, damit sich möglichst wenige Zuschauer echauffierten. Die Serie schrieb Comedy-Geschichte, aber Cleeses Vater empfahl ihm damals, sich auf „eine vernünftigere Stelle in der Personalabteilung von Marks & Spencer“ zu bewerben.

Nach drei Staffeln stieg Cleese wieder aus, arbeitete aber in den folgenden Jahrzehnten immer wieder mit Python-Mitgliedern zusammen. Hollywood liebte ihn als verklemmten englischen Schnösel in der Hit-Komödie „Ein Fisch namens Wanda“ (1988). Zweimal spielte er in James-Bond-Filmen mit und gab einen Hausgeist in der Harry-Potter-Serie.

John Cleese lehnte nicht nur einen Verdienstorden der Queen ab – „albern“ – sondern auch einen Sitz im Oberhaus. Im vergangenen Herbst zog er dauerhaft ins karibische Steuerparadies Nevis. Im November wird der Komiker mit seiner Show „An Evening with John Cleese“ (Deutsch: Ein Abend mit John Cleese) in den USA und Kanada touren.

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