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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Der Mann hinter der Schießbude

13.06.2018

London /Oldenburg Eine der berühmtesten Konzertansagen geht ungefähr so: „Genau in dem Moment, als Neil Armstrong auf dem Mond landete, unterzeichnete ich, unten auf dem Plattencover, die Anmerkungen für – The Valentyne Suite!“

Immer wenn Jon Hiseman das wohl bekannteste Jazzrock-Werk ankündigte, griff der Schlagzeuger und Komponist nach den Sternen. Nun ist er auf seiner letzten Reise zu den Sternen: Hiseman ist am Dienstag im Alter von 73 Jahren verstorben.

Mit seinem Tod endet endgültig die Zeit der progressiven Rockmusik, kurz auch ProgRock genannt, nachdem Hiseman bereits im Februar 2015 seine Gruppe Colosseum – stilprägend für das Genre – in den Ruhestand geschickt hatte. Wichtigster Grund damals: Seine Frau (und Colosseum-Saxophonistin) Barbara Thompson, die seit Jahren an der Parkinson-Krankheit leidet, sollte das unstete Tourneeleben nicht mehr ertragen müssen.

„Außerdem“, so Hiseman, „schien es mir richtig zu sein, dann aufzuhören, wenn man oben steht. Und ich glaube, wir sind gerade jetzt in Topform.“

Damit untertrieb der am 21. Juni 1944 im Londoner Stadtteil Blackheath geborene Musiker gewaltig. Denn wo er sein umfangreiches Schlagzeug auch aufbaute, waren viele Spitzenkräfte bei der Sache. Der Autodidakt hinter der Schießbude wurde dank seines immensen Talents von 60er-Jahre-Stars wie Graham Bond, Georgie Fame und John Mayall verpflichtet, ehe er 1968 im Zuge des Jazzrock-Booms die Band Colosseum gründete.

Mit der Verbindung von Rock, Blues und Jazz erspielte sich Colosseum vor allem in Europa einen einzigartigen Ruf, der sie künstlerisch und finanziell zu den erfolgreichsten Bands jener Jahre machte. 1972 trennten sich die Musiker dann erstmals, kamen aber im Jahr 1994 wieder zusammen und knüpften sofort an die Erfolge von früher an. Zwischendurch feierte er weitere Erfolge unter anderem mit dem United Jazz & Rock Ensemble.

Treibende Kraft war immer: Jon Hiseman, der sich bei Colosseum die Kompositionsarbeit zwar mit allen Bandmitgliedern teilte, dessen kraftvolles Schlagzeugspiel aber wesentlich den Sound und den Aufbau jedes Songs bestimmte. Sein berühmtes Doppel-Basstrommel-Solo „The Time Machine“ steht als Monument dieser Musikrichtung, die harten Rock und vertrackten Jazz so einzigartig verband.

Das Ende von Colosseum ließ den umtriebigen Hiseman zwar ruhen, aber nicht rasten. Anfang diesen Jahres tauchte er mit der Band JCM und einem neuen Album („Heroes“) wieder auf und ging auch auf eine ausgedehnte Gastspielreise, die die Gruppe in diesem September auch in die Kulturetage nach Oldenburg führen sollte.

Dazu kommt es nun natürlich nicht: Schon am 25. April stellten die Spezialisten bei Jon Hiseman einen Hirntumor fest, die Tournee wurde abgebrochen.

Einer der besten Schlagzeuger unserer Zeit musste seine Trommelstöcke zur Seite legen.

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Klaus Fricke
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