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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Filmpreise: Rassismus-Debatte erreicht wieder Hollywood

08.06.2020

Los Angeles Die Film-Akademie in Los Angeles, die die Oscars verleiht, hat nach Vorwürfen von Schauspieler David Oyelowo und Regisseurin Ava DuVernay Fehler eingeräumt. „Ava & David, wir verstehen euch. Nicht akzeptabel. Wir bemühen uns um Fortschritt“, erklärte der Filmverband. Die über 9000 Mitglieder starke Academy reagierte auf Vorwürfe von Oyelowo, dass bei der Oscar-Abstimmung 2015 einige Wähler dem Film „Selma“ eine Abfuhr erteilten, nachdem die schwarzen Filmemacher zuvor gegen Polizeibrutalität protestierten.

Oyelowo, der 2015 in „Selma“ den Bürgerrechtler Martin Luther King spielte, hatte im Interview mit „Screen International“ berichtet, dass er und Kollegen damals bei der Filmpremiere in Shirts mit der Aufschrift „I can’t breathe“ trugen. Sie wollten demonstrativ gegen die Tötung des Afroamerikaners Eric Garner bei einer Polizeikontrolle in New York protestieren. Oyelowo zufolge hätten sich einige Academy-Mitglieder bei den Filmproduzenten über die Aktion beschwert und verärgert erklärt, sie würde bei den Oscars nicht für „Selma“ stimmen.

Die von Kritikern gepriesene Biografie holte 2015 zwei Oscar-Nominierungen in den Sparten „Bester Film“ und für den Song „Glory“, Regisseurin und Darsteller gingen leer aus. Unter dem Hashtag #OscarsSoWhite war die Akademie unter Beschuss geraten, weil Afroamerikaner bei der Nominierung übersehen wurden.

Garners Tod im Juli 2014 hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt und seine letzten Worte – „I can’t breathe“ („ich kann nicht atmen“) – waren zu einer Parole der Bewegung „Black Lives Matter“ („Schwarze Leben zählen“) geworden. Auch der 46-jährige George Floyd sprach vergangene Woche bei einer brutalen Festnahme in Minneapolis diese Worte aus. Er starb, nachdem ein weißer Polizeibeamter sein Knie fast neun Minuten lang in den Nacken des am Boden liegenden Mannes gedrückt hatte.

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