LOS ANGELES - Als Leinwand-Hüne mit kantigem Gesicht, der mehr herausragende Menschen verkörperte als jeder andere, machte Charlton Heston Filmgeschichte. Er trat auch als kämpferischer Waffenlobbyist in Aktion, der sich für das Recht jedes Amerikaners auf Waffenbesitz ins Zeug legte. Am Ende war es die Alzheimer-Krankheit, die den Leinwandhelden und Amerikas Vorzeige-Patrioten in die Knie zwang.

Heston starb am Sonnabend im Alter von 84 Jahren in seinem Haus in Beverly Hills. Das berichtete die „Los Angeles Times“ unter Berufung auf Familienangehörige.

Heston hatte als Muskel strotzender Galeeren-Häftling und Wagenrennensieger Ben Hur (1959) einen Oscar gewonnen. Zwei Jahre zuvor glänzte er in dem Filmepos „Die Zehn Gebote“ als Moses. Zu seinen großen Rollen gehört „El Cid“ (1961) in dem Ritterspektakel von Anthony Mann und sein Auftritt als mexikanischer Detektiv in Orson Welles Klassiker „Im Zeichen des Bösen“ (1957). Er spielte Michelangelo und mehrere Staatschefs. „Drei Präsidenten, drei Heilige, zwei Genies“, resümierte Heston augenzwinkernd, „das sollte für einen Mann genug sein.“

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, in dem er unter anderem bei der US-Luftwaffe auf den Aleuten diente, versuchte er zusammen mit seiner Frau, der Schauspielerin Lydia Marie Clarke, sein Glück in New York. Nach zwei Jahren gelang ihm ein erfolgreiches Debüt am Broadway.

Den Durchbruch zum Kinostar schaffte er 1950 mit der Hauptrolle in dem Thriller „Stadt im Dunkeln“. Später engagierte Hollywood ihn als Heldendarsteller für Monumentalfilme. Auch in einer Reihe von Katastrophen- und Actionfilmen bewährte sich Heston, zu dessen unvergesslichen Rollen die eines Astronauten in dem Science-Fiction-Klassiker „Planet der Affen“ (1968) gehört.

Seinen letzten Auftritt vor der Kamera hatte er 2001 in Brasilien in der Rolle des KZ-Arztes Josef Mengele in dem Streifen „Rua Alguem 5555“, basierend auf einem Buch des deutschen Schriftstellers Peter Schneider.