• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musik: Auch Hardrocker werden weich

02.01.2019

Los Angeles Liebe auf den ersten Blick war es nicht für Paul Stanley. Als der Kiss-Sänger und Gitarrist vor Jahrzehnten erstmals nach Deutschland kam, hatte er große Vorbehalte. Denn seine in Berlin geborene Mutter war als Kind vor den Nazis geflohen. „Ich hatte nicht unbedingt positive Gefühle, was Deutschland angeht“, sagt er im Gespräch. „Ich musste erstmal hinfahren und Zeit dort verbringen, um festzustellen, dass mein Eindruck von Deutschland nicht zur heutigen Generation der Deutschen passt. Ich habe viele gute Freunde dort und wunderbare Menschen kennengelernt.“

Im Sommer 2019 tourt Stanley wieder mit Kiss durch die Bundesrepublik und spielt Konzerte in Leipzig, München, Essen, Berlin, Hannover und Iffezheim. Die „End Of The Road“-Tour soll die letzte für seine Band sein, die für Hits wie „I Was Made For Loving You“, „Shout It Out Loud“ oder „God Of Thunder“ genauso berühmt ist, wie für glitzernde Kostüme, Make-up und ein lautes Feuerwerk.

Bis zu drei Jahre könnte die Tournee dauern. Und dann? „Es ist schwer zu sagen, was am Ende passiert“, sagt Stanley etwas vage. Schon einmal gingen Kiss auf „Farewell Tour“ – im Jahr 2000 in der Originalbesetzung mit Gitarrist Ace Frehley und Schlagzeuger Peter Criss. Und sie machten dann doch weiter. „Das war kurzsichtig und überraschenderweise ein Fehler von uns“, räumt Stanley ein.

„Die Band war in der Besetzung musikalisch und live nicht gut“, erzählt der Frontmann, der den Bühnennamen Starchild trägt. „Es war eine fürchterliche Situation auf und hinter der Bühne. So wollte ich nicht weitermachen.“ Schließlich trennten sich Kiss von Criss und Frehley. „Der Gedanke, dass zwei Leute die Band sabotieren und damit für deren Ende sorgen, ist doch lächerlich“, sagt Stanley bestimmt.

Eric Singer, der schon von 1991 bis 1996 für Kiss getrommelt hatte, kam zurück. Gitarrist Tommy Thayer ersetzte Frehley. In dieser Besetzung waren Kiss beinahe ununterbrochen unterwegs und spielten zwei Alben ein. Singer ist inzwischen 26 Jahre dabei, Thayer seit 17 Jahren. „Wenn das nicht Kiss ist, weiß ich auch nicht, was es ist“, lacht Stanley. Gut möglich, dass einige den Wechsel wegen der ähnlichen Bühnenoutfits gar nicht bemerkt haben. Die Kostüme sind auch ein Grund dafür, dass der 66-Jährige Stanley und sein 69 Jahre alter Bandkollege Simmons langfristig kürzer treten wollen. „Wir können das nicht ewig machen, das ist körperlich unmöglich“, sagt Stanley.

„Wenn wir in Turnschuhen und Jeans auf der Bühne stehen würden, könnten wir auch mit 90 noch Rock’n’Roll spielen. Aber versuch mal, ein 50 Pfund schweres Kostüm anzulegen, damit rumzurennen und es einfach aussehen zu lassen.“ Dass Kiss – wie in den 80er und frühen 90er Jahren – ohne ihre berühmte Verkleidung auftreten, ist wohl nicht ausgeschlossen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.