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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Premiere: Lustiger Abend mit knalligen Effekten

04.09.2010

BREMEN Es herrscht Verwirrung! Verwirrungen der Geschlechter einerseits – Verschlingungen der Liebe andererseits. Bei Shakespeares Verwechslungskomödie „Was ihr wollt“ gerät so manches in Unordnung. Und Robert Schuster, der mit dem Klassiker nun die Saison am Bremer Theater am Goetheplatz eröffnet hat, legt noch ein paar Knalleffekte obendrauf. Am Ende bringt der Abend beides: Amüsement und Verwirrung.

Das Team am Bremer Theater hatte bereits mehrfach betont, dass es mit viel neuer Energie in die erste Spielzeit nach Intendant Hans-Joachim Frey gehen will. Entsprechend aufwendig fiel die erste Premiere aus: Da ist zunächst der drehbare Bühnenkorridor (von Jens Killian): Kopfüber kann damit zum Beispiel der Haustyrann Malvolio unter die Decke rotiert werden. Und viele hübsche Popballaden (von Jörg Gollasch) sind beigegeben. Nur das Stück selbst schien unter all den frechen Einfällen manchmal etwas zu ächzen.

Illyrien ist bei Schuster eine Welt wie im Rock-Konzert. Eine manische Narren-Band hat er direkt vor die Bühne platziert. Und was für Freaks das sind!

Damen im Frack

Einer trägt eine Bierflasche in der Badehose, dazu Cowboystiefel. Der Nächste hat ein Geweih aus Ästen auf dem Kopf und schwingt sein Bauchfleisch. An Schlagzeug und Piano hauen befrackte Damen mit bunten Haaren rein. All diese Verrückten geraten tatsächlich auch in die Handlung des Stücks. Der Badehosenmann (Jan Byl) ist Radaubruder Tobias. Den Part seines Kumpels übernimmt die Frau im roten Kleid (Susanne Schrader). Und der Narr ist ein Feuerkopf mit E-Gitarre (Irene Kleinschmidt).

So setzt der Abend reichlich auf Kostümkomik. Orsino, ein liebestrunkener Egozen­triker (Siegfried W. Maschek) stolziert mit Suspensorium herum. Die arme Viola (Varia Linnéa Sjöström) kann da gar nicht schnell genug das Brustfell überstreifen, um diesem unheimlichen Sexprotz Botengänge anzudienen.

Verschobene Bühne

Oft verschenkt die Inszenierung mit diesem forcierten Kostümklamauk allerdings auch Möglichkeiten; Nuancen gehen verloren. Haushälterin Maria (Eva Gosciejewitz) muss da ebenso wie ihre Fürstin Olivia (Gabriele Möller-Lukasz) auf dem Gabelstapler Platz nehmen, um die Bühnenwelt zu verschieben.

Gut, dass bei diesem verbastelten Großprojekt mit Guido Gallmann als Malvolio ein glänzender Komiker zur Verfügung steht. Als Kleintyrann mit linkischem Fusselbart hat er alle Lacher auf seiner Seite – und rettet so den Abend vor allzu konstruiertem Lachzwang.

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