Hude - Gespannt hängen die Zuhörer an Wolfgang Melzers Lippen. „Glühende Gesteinsbrocken schlagen ein wie Bomben“, liest der Bremer Autor mit kräftiger Stimme. Er erzählt von Rauchschwaden, die das Licht ersticken, und von Lava, die wie heißes Blut durch die Steine fließt. Ein ungewöhnliches Szenario, das die Gäste bei der monatlichen Lesung in der Klosterremise nun erlebten. Schließlich spielen sich wichtige Passagen von Melzers Roman „Endstation Stromboli“ auf dem gleichnamigen italienischen Vulkan ab.
„Endstation Stromboli“ ist der siebte Roman, den der 76-jährige Bremer Autor nun präsentierte. Die Idee zu der Geschichte kam dem studierten Chemiker als der isländische Vulkan Eyjafjallajökull im Jahr 2010 ausbrach und mit einer gigantischen Aschewolke den Flugverkehr in Nord- und Mitteleuropa zum Erliegen brachte.
„Ich habe ein echtes Phänomen aufgegriffen, die Handlung in dem Buch wurde dann aber natürlich ausgeschmückt“, erklärt Melzer. So gehöre der Vulkan auf der Mittelmeerinsel Stromboli, nördlich von Sizilien gelegen, eigentlich nicht zu den gefährlichen Vulkanen, so Melzer weiter. Zwar ist der Stromboli seit 1934 durchgehend auf niedrigem Niveau aktiv, eine reale Bedrohung geht von dem Vulkan jedoch nicht aus.
Für seine Hauptfigur, den rastlosen Geologen Nils Karven, endet eine Expedition auf dem vermeintlich ungefährlichen Vulkan dennoch in einer geophysikalischen Bedrohung. Denn anstatt eines routinemäßigen Messversuches löst der nahegelegene Unterwasservulkan Marsili, der größte seiner Art in Europa, einen Tsunami aus. Für Karven, seine Crew und die Inselbewohner beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod inmitten der flammenden Naturgewalten.
