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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Männer kämpfen um ihr Refugium

12.05.2014

Oldenburg Es ist eine Schicksalsgemeinschaft von Mannsbildern, die sich jeden Sonnabend im Keller des Einkaufszentrums trifft, um sich bei Pizza, Bier und Fußball von den Strapazen des Shoppings mit ihren Frauen zu erholen. Das Niederdeutsche Schauspiel am Oldenburgischen Staatstheater und die August-Hinrichs-Bühne lassen es zum Abschluss der Spielzeit richtig krachen mit der Komödie „Männerhort – Een Platz för Keerls“ unter der Regie von Michael Uhl.

Shopping-Wahnsinn

Ganz stilecht fand die Premiere des Stücks von Kristof Magnusson (ins Niederdeutsche übertragen von Arne Christophersen) am Sonnabend im Lager des Möbelhauses Buss in Osternburg statt. Das Publikum belohnte die erstklassige Leistung der Männertruppe mit lang anhaltendem Applaus.

Helmut (von Helge Ihnen überragend gespielt) hat das Domizil im Einkaufszentrum entdeckt und setzt alles daran, das Männerrefugium zu verteidigen. Er hält sich an die Devise von Ernest Hemingway, dass man mit Frauen nicht diskutiert, und spielt am liebsten mit der pneumatischen Anlieferung des „Hengstbeers“.

Den Shopping-Wahnsinn erleben Eroll und Lars Sonnabend für Sonnabend. Markus Weise vom Niederdeutschen Theater Delmenhorst und Alf Hauken von der Niederdeutschen Bühne Neuenburg geben in Oldenburg überzeugende Debüts. Eroll redet sich herrlich in Rage, muss er doch mit seiner Conny allein zwei Stunden nach einer passenden Bluse zum neuen keltischen Schmuck suchen, Schuhgeschäfte sind für ihn der blanke Horror.

Termine

Weitere Vorstellungen der Komödie „Männerhort – Een Platz för Keerls“ finden am 16., 17. und 27. Mai sowie am 6., 7., 11., 19. und 20. Juni jeweils um 19 Uhr statt. Spielort ist das Möbelhaus Buss (Bremer Heerstraße 575).

Karten: Telefon  0441/222 51 11

Lars ist nicht viel besser dran. Seine Frau Anne kauft Hosen, Fahrradsättel und vieles andere gleich en gros. Der Macho tröstet sich auf seine Weise. Er pflegt eine offene Beziehung, bändelt auf diversen Internetplattformen mit Frauen an, ohne dass Anne etwas davon weiß – oder doch?

Das Versteck des Trios entdeckt der Brandschutz- und Rettungsbeauftragte Martin (eine Paraderolle für Jürgen Müller). Er ist erst seit zwei Wochen verheiratet und hat schon die Nase voll von der „dösigen Koh“, die ihn mit Sesamkeksen und Fruchtsäften traktiert. Er findet Gefallen am Männerrefugium. Seine Formel-1-Formel, die wöchentliche Shoppingtortur von fünf Stunden auf eine zu verkürzen, führt allerdings zum Fiasko. Die Männer werden von ihren Frauen vor die Tür gesetzt, der Männerhort wird zum Obdachlosenasyl.

Nach und nach kommt nun die Wahrheit ans Licht. Die großartigen Männer, die sich in allem zu übertrumpfen versuchen, sind in Wirklichkeit ganz arm dran.

Rekordversuch

Helmut hat seinen Job als Pilot verloren und lebt bereits seit Längerem im Keller. Lars ist nicht der zu allem allzeit bereite Mann, sondern zeugungsunfähig. Eroll entpuppt sich als Kontrollfreak, der die Dessous seiner Frau akribisch nach fremden Spermaspuren und Schamhaaren untersucht, und gesteht einen Seitensprung mit Lars‘ Frau.

Während Helmut den Schlamassel gern aussitzen würde, schlüpft Martin in Frauenkleider, um auszuspionieren, was die Gattinnen im Schilde führen. Das Publikum gerät bei dieser Szene schier aus dem Häuschen vor Begeisterung, es ist der Höhepunkt der Inszenierung, die nie Gefahr läuft, zum Klamauk zu werden.

Lars und Eroll verlassen schließlich mit neuen Einsichten über die Frauen den Keller. Mit der Aussicht auf eine Männerlounge im Einkaufszentrum und jeder Menge Bierdosennippel für einen erneuten Versuch, ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen, kehrt auch Helmut dem selbst gewählten Gefängnis den Rücken.

„Männerhort“ ist ein großer Spaß für Männer und Frauen. Das Stück hält beiden Geschlechtern den Spiegel vor und macht Mut: Frauen und Männer mögen nicht zusammenpassen, aber ein Zusammenleben ist möglich.


Alle Theaterkritiken unter   www.nwzonline.de/premieren 
Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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