Sillenstede - Aus einer Teelaune heraus ist das entstanden, was sich in Sillenstede inzwischen Tradition nennen darf: Seit nunmehr 25 Jahren ziehen die „wilden Weiber“ zur Weiberfastnacht in Sillenstede von Tür zu Tür. Männer sind daher auch an diesem Donnerstag gut beraten, die Lieblingskrawatte besser im Schrank zu lassen und den närrischen Frauen lieber einen scheußlichen Schlips zu opfern.

Auch Schortens’ Bürgermeister Gerhard Böhling wird die losgelassene Weiberhorde wieder an den Kragen gehen, anschließend wird er ihnen den Schlüssel zum Sillensteder Rathaus aushändigen: „Als wir vor Jahren das erste Mal vor dem Schortenser Rathaus aufgetaucht sind, hat man uns noch für verrückt gehalten, inzwischen kommt der Bürgermeister freiwillig zu uns nach Sillenstede“, sagt Elly Bräutigam und lacht.

Sie gehört neben Gesine Gerike und Else Adler zu den Gründungsmitgliedern. Sechs Nachbarsfrauen aus der Anton-Reling-Straße hatten damals die Idee.

Auch an diesem Donnerstag werden die närrischen Frauen durch Sillenstedes Straßen ziehen. Inzwischen nehmen 19 Frauen aus dem Ort teil. „Wir sind zwischen 28 und 78 Jahre alt“, sagt Else Adler. „Und alle Frauen sind mit viel Spaß bei der Sache.“

Der Kreativität der Frauen ist keine Grenze gesetzt und so waren sie in den vergangenen Jahren als Schneewittchen und die sieben Zwerge, als Babys, Putzfrauen, Hexen, Piraten, Tiere, Schweine und Schneemänner unterwegs – und alles für einen guten Zweck: Denn ihre Einnahmen spenden sie den Kindern im Ort. Am Nachmittag geht es dann zu Maria Conring, dort gibt es Tee. Kaffee und Kuchen in geselliger Runde.

„In diesem Jahr zu unserem 25-jährigen Bestehen haben wir uns ganz besondere Kostüme ausgedacht“, sagt Elly Bräutigam. Mehr wird nicht verraten, nur so viel: Es wird silberig. „Die Kostüme machen wir selbst, ab und zu kaufen wir eine verrückte Brille oder einen bunten Hut dazu“, erzählen die Frauen.

In ihren Kostümen sind sie auch am Rosenmontag, 3. März, beim Rosenmontagsball ab 20 Uhr im Silllen­steder Hof zu sehen.