Oldenburg - „Ein Schumann-Märchen“ war der Liederabend mit Tenor Julian Prégardien und Pianist Michael Gees überschrieben, zu dem Nicola Raab und Prof. Dr. Rudolf Raab am Mittwochabend in den Schlosssaal eingeladen hatten. Der Prodekan der European Medical School (EMS) und Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum wollte mit diesem Konzert für „zehn wunderbare und ereignisreiche Jahre“ in Oldenburg danken. Seiner Familie und ihm sei die Stadt eine neue Heimat geworden, sagte er zur Begrüßung. Raab war 2003 aus Hannover ans Klinikum gekommen.
Gleichzeitig zählte er zu jenen, die maßgeblich zu der Verwirklichung der European Medical School beigetragen hatten. Und so hatte er schon in seiner Einladung um Spenden für den Verein der „Freunde und Förderer der Universitätsmedizin Nordwest“ gebeten und auf Präsente verzichtet. Vorsitzender Dr. Gerd Pommer hörte gern, dass schon mehr als 10 000 Euro zusammengekommen waren. Auf Wunsch von Professor Raab sollen sie der klinischen Forschung zu Gute kommen.
Zu einem märchenhaften Schumann-Abend wurde es durch die hervorragend aufeinander eingespielten Interpreten. Michael Gees, Oldenburger Konzertfreunden als Pianist ja durchaus noch aus seiner Zeit in der Stadt bekannt, vermochte in seiner Schumann-Interpretation Melancholie bisweilen mit einer Leichtigkeit zu paaren und nutzte viele Freiräume beim Improvisieren etwa des Liederkreises opus 24. Er leitet in Gelsenkirchen das Consol Theater.
Der Tenor Julian Prégardien (u.a. Staatsoper Frankfurt) bezauberte mit seiner Stimm- und Stimmungsfülle: Ganz zart erklang Clara Schumanns „Lorelei“. Hingegen kraftvoll, heldenhaft interpretierte er die Soldatenlieder, etwa „die zwei Grenardiere“, in denen das kolossale Volumen seiner Stimme begeisterte.
Empfindsam – und besonders in den leisen Tönen wunderbar bis in die Höhen hinauf – ließ er Stille hörbar werden in der „Mondnacht“ (Eichendorff). Und wäre er ein Bariton, gäbe er einen fulminanten „Don Giovanni“. Riesenapplaus und stehende Ovationen als Belohnung.
