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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Spectrum-Preis für Fotografin Rineke Dijkstra

25.01.2018

Hannover (dpa) - Das Mädchen im orangefarbenen Bikini berührt mit der Hand sein blondes Haar und blickt scheu in die Kamera. Die junge Amerikanerin steht am Sandstrand von Hilton Head Island, hinter ihr die schäumende Brandung und der blaue Himmel.

Ähnlich aufgebaut sind die Porträts von Teenagern am Strand im polnischen Hel oder in Jalta am Schwarzen Meer. Die holländische Fotografin Rineke Dijkstra ist mit ihren "Beach Portraits" in den 1990er Jahren bekannt geworden. Im Oktober erhielt die 58-Jährige den vielleicht weltweit wichtigsten Fotopreis Hasselblad Award, am Freitag wird sie mit dem internationalen Spectrum-Preis der Stiftung Niedersachsen geehrt.

Die große Künstlerin mit den langen dunklen Haaren möchte selbst nicht fotografiert werden. Ihr Werk soll im Mittelpunkt stehen. Ihre Bilder entstehen seit mehr als 30 Jahren mit einer Großbildkamera, sie arbeitet intuitiv. "Wenn ich ein Foto mache, versuche ich, so offen wie möglich zu sein", sagt Dijkstra auf Englisch. "Die Posen kommen von den Menschen selbst", betont sie.

Die Fotografin will Momente einfrieren, die sonst im Alltag nicht zu sehen sind. An Jugendlichen mag sie, dass sie noch nicht so festgelegt sind. "In meinen Arbeiten geht es immer wieder um Übergänge", sagt sie. In den jungen Leuten sehe sie so viele Möglichkeiten, so viel Potenzial.

Der mit 15 000 Euro dotierte Spectrum-Preis ist mit einer Ausstellung und einem Künstlerbuch verbunden. Weil Dijkstras Werke zuletzt im dänischen Lousiana Museum of Modern Art, in San Francisco, New York und Liverpool zu sehen waren, hat sich das Sprengel Museum etwas Besonderes für seine Ausstellung ausgedacht: Dijkstra setzt ihre rund 60 Werke - darunter zwei Videoarbeiten - in Beziehung zu 35 Gemälden, Skulpturen und Fotoserien aus der hochkarätigen Sammlung des Hauses.

"Dijkstras Arbeiten können ohne weiteres mit Picasso auf Augenhöhe bestehen", schwärmt Museumsdirektor Reinhard Spieler. An den Lithographien von Pablo Picasso aus den 1940er Jahren fallen die großen Augen der porträtierten jungen Frauen auf. Auch die Engländerin Georgie, die Dijkstra 2010 und 2016 fotografierte, hat Augen, in denen man sich verlieren kann. Die Fotografin sucht in ihren Motiven das Besondere: eine Körperhaltung, einen Charakterzug.

Die bis zum 6. Mai laufende Ausstellung lädt die Besucher ein, Vergleiche zu ziehen. So hat die Künstlerin drei Schwestern über sechs Jahre hinweg mit der Kamera begleitet. In Kombination mit den Fotografien erscheinen die Werke aus der Museumssammlung in neuem Licht. "Ich sehe jetzt unsere Skulpturen anders", sagt Kurator Stefan Gronert.

Besonders faszinierend ist der Teil der Schau mit den zwei Videoarbeiten: Dijkstra filmte 8- bis 12-jährige Mädchen einer Gym-School in St. Petersburg, die sich lässig verrenken sowie ein Paar in einem Tanz-Club in Mexiko. Ihre Bewegungen setzen sich fort in Gemälden, Skulpturen und Fotografien aus der Sammlung, etwa Max Beckmanns Gemälde "Rivalen", das ein Ringerpaar zeigt.

In einer Fotoserie ist Avantgarde-Künstler Kurt Schwitters bei Wasserspielen mit dem Gartenschlauch zu sehen, auch eine Art Tanz. Die Arbeit sei noch nie ausgestellt worden, berichtet Gronert. "Rineke Dijkstra hat sie für uns entdeckt."

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