MAINZ - MAINZ/KNA/DPA - Der Gründungsintendant des ZDF, Karl Holzamer, ist am späten Sonntag im Alter von 100 Jahren in seiner Heimatstadt Mainz gestorben. ZDF-Intendant Markus Schächter würdigte Holzamer als den „Architekten des ZDF“, der das Haus in einer wahren Pionierleistung innerhalb von 15 Jahren zur größten Fernsehanstalt Europas gemacht habe. Der Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrates, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), nannte Holzamer einen „der bedeutendsten Medienmacher“.
Der aus Frankfurt/Main stammende Holzamer war 1962 zum ersten Intendanten des ZDF gewählt worden und blieb dies bis 1977. Am 13. Oktober 2006 – dem 100. Geburtstag Holzamers – hatte das ZDF den Gründungsintendanten mit einem Festakt geehrt. Holzamer, der u. a. Philosophie, Pädagogik und Psychologie studierte, wurde 1931 Hörfunkredakteur beim WDR. Nach 1945 wurde der Kriegsberichterstatter zunächst als Professor an die Uni Mainz berufen. Er war Vater der größten Soziallotterie, der Aktion Sorgenkind, der heutigen Aktion Mensch.
Als „Philosoph im Intendantenamt“ habe der Katholik durch sein menschliches Ethos dem Programm Richtung und Maßstab gegeben, so Intendant Schächter. Auch das populärste ZDF-Symbol, die „Mainzelmännchen“, gingen auf Holzamers Entscheidung zurück.
