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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Falsche Zitate von einem großen Erzähler

21.01.2019

Mainz Trotz der Kritik an seinem Umgang mit historischen Fakten hat der Schriftsteller Robert Menasse für seine Verdienste um die deutsche Sprache die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) würdigte den österreichischen Autor am späten Freitagabend bei der Preisverleihung im Mainzer Staatstheater vor rund 900 geladenen Gästen als „großen Erzähler der Gegenwart“. Die Kontroverse um die Verwendung falscher Zitate in Menasses Meinungsbeiträgen nahm bei dem Festakt eine zentrale Rolle ein.

Der Preisverleihung war eine Debatte vorausgegangen, und die für die Verleihung verantwortliche Mainzer Staatskanzlei sah sich mit Forderungen konfrontiert, die Veranstaltung abzusagen. „Es war wahrlich kein leichter Weg bis zu diesem Festabend“, sagte Dreyer, die in ihrer Begrüßungsansprache Verständnis für die Kritiker äußerte. „Wenn jemand bereit ist, einen Fehler einzusehen und diesen auch einzugestehen, so bin ich bereit, das anzuerkennen“, verteidigte sie ihre Entscheidung. Für sein Gesamtwerk gebühre Menasse hohe Anerkennung.

Menasse (64) selbst ging ebenfalls auf den Streit um die von ihm verwendeten falschen Zitate ein: „Ich kann nicht so tun, als ob zwischen Zuerkennung des Preises und dem heutigen Tag nichts passiert wäre.“ In seiner in Teilen selbstironischen Dankesrede malte er sich aus, wie Zuckmayer wohl auf die Vorwürfe gegen ihn, den „Luftikus“ Menasse, reagiert hätte. Dabei habe sein fiktiver Zuckmayer nach der jüngsten Kontroverse ein Urteil gefällt, das sich mit den Worten „guter Dichter, jetzt mit noch besserer Rezeptur“ zusammenfassen lasse.

Menasse war in die Kritik geraten, weil er den ersten Kommissionspräsidenten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), Walter Hallstein, in mehreren Zeitungsartikeln unter anderem mit dem Satz zitiert hatte: „Die Abschaffung der Nation ist die europäische Idee.“ Auch hatte er fälschlicherweise behauptet, Hallstein habe seine Antrittsrede auf dem Gelände des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz gehalten.

Als Menasse deswegen in die Kritik geriet, hatte die Staatskanzlei angekündigt, die Vergabe der Zuckmayer-Medaille nochmals zu prüfen. Gegen die Preisverleihung sprachen sich unter anderem die Oppositionsfraktionen CDU und AfD aus.

-> Kommentar, Seite 4

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