Fedderwardersiel - Regionale Spezialitäten wieder auf den Herd zu bringen, war das Ziel des 5. Kulinarischen Herbstes am Wochenende in Fedderwardersiel. Fast in Vergessenheit geratene Produkte sollten wiederentdeckt und neu zubereitet werden, lautete der Rat von Sternekoch Axel Holtz.
Granat mit Algen
Der Chefkoch des Bremer Ratskellers präsentierte den Besuchern ganz alltägliche Produkte, die auch in Butjadingen problemlos zu bekommen sind. Frische Nordseekrabben kenne in Butjadingen doch jeder, sagte der Koch. Aber in Verbindung mit Algen würden wohl nur wenige Genießer Granat kennen. Und die Kombination aus Krabben und mit in Balsamicoessig gebratenen und in Zucker karamellisierten Algen überzeugten auch die Skeptiker.
Wer genießen wolle, könne dies problemlos mit Produkten aus der Region tun und brauche dafür keine weit gereisten Zutaten. Leckeres Lammfleisch gebe es in hervorragender Qualität in Butjadingen. Nur müsse es einfach einmal anders zubereitet werden, riet Axel Holtz. Anstatt immer eine Lammschulter stundenlang im Ofen zu schmoren, sei ein kurzgebratenes Stück Lammfleisch in Olivenöl mit Rosmarin und Knoblauch ein wahres Gedicht.
Dazu reichte der Koch Süßkartoffeln und eine ebenfalls bekannte regionale Spezialität: Schnibbelbohnen.
Ungewöhnlich ist auf den ersten Blick auch das dritte Gericht, das in der Showküche im Kutterhafen zubereitet wurde und für das der Sternekoch frisch geräucherte Makrele verwendet. „Obwohl die Menschen hier die Makrele direkt haben, ist dieser Fisch leider immer mehr in Vergessenheit geraten. Dabei ist die Makrele ein so herrlicher Fisch, mit dem man so viel machen kann“, weiß Holtz. Nur müsse dieser Fisch weg aus der Ecke des langweiligen Räucherfisches. Dafür kochte Holtz Sauerkraut und schwenkte es mit Creme Fraiche in der Pfanne zu Rahmsauerkraut. Dazu wurden dann noch Scheiben von der Blutwurst angebraten. „Viele trauen sich nicht, diese Kombination einmal auszuprobieren. Aber versuchen Sie es einmal: das ist eine richtige Geschmacksexplosion im Mund“, versprach der Koch.
Auch Bürgermeister Rolf Blumenberg wurde bei Schaukochen am Sonnabend eingespannt. „Ich bin aber nur als Lehrling tätig und darf Zutaten anreichen und Sprüche klopfen“, warnte Blumenberg die Zuschauer vor seinen Kochkünsten. Schließlich beschränkte er sich darauf, die Krabben auf den Tellern zu drapieren.
Der Kulinarische Herbst hielt neben dem Schaukochen und dem Beizen von Lachs auch noch einige andere Angebote bereit – auch wenn es im Vergleich zu den Vorjahren weniger Stände waren. Spezielle Krabbenbratwurst, Crêpes, Kuchen und verschiedene Honigsorten konnten die Besucher sich schmecken lassen.
Riesige Torte
Am Sonntag wurde zum Abschluss der Veranstaltung dann auch noch eine große Butjadingen-Torte im XXL-Format angeschnitten. Dazu spielten die Tüdelüüten.
Während am Sonnabend die Resonanz aufgrund des wechselhaften Wetters mit Regen und Wind und auch wohl wegen des Marktumzuges in Rodenkirchen eher verhalten war, strömten am Sonntag bei Sonnenschein doch viel mehr Besucher über den kleinen Markt im Kutterhafen.
