Betrifft:
Partnerschaftsaustausch zwischen der Gemeinde Saterland und Sroda Slaska sowie den NWZ -Artikel „Höhne ersteigert Schafbock“ vom 6. SeptemberZitat Herr Krasucki (Bürgermeister der polnischen Partnergemeinde, Anm. der Redaktion): „Ich versichere ihnen, dass die Partnerschaft zwischen dem Saterland und Sroda Slaska nicht nur auf dem Papier besteht, sondern auch tatsächlich gelebt wird.“Wie froh wohl wäre Herr Frye gewesen, diesen Satz ohne Abstriche hätte wiederholen zu können. . .
Wo bzw. wie wird diese Partnerschaft bei uns gelebt? Vier Tage war die polnische Delegation zu Gast im Saterland! Die Betonung liegt auf Gast! Wo ist der Beweis unserer Gastfreundschaft, wenn an allen vier Tagen fast 80 Prozent der Ratsherren und -frauen durch Abwesenheit glänzte? Wo ist der Dank für die grandiose Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die wir in Polen erleben dürfen?
Dort, wo zu unseren Ehren Empfänge geben werden auf denen jeder der dortigen Ratsherren anwesend ist. Hat sich die Partnerschaft bereits so abgenutzt? Wo sind die Gründe dafür? Zeitmangel? Keine Lust? Verständigungsprobleme? (Drei Dolmetscher waren permanent dabei) Angst vor Fremden?
Ich finde dieses Verhalten beschämend und enttäuschend, weil dies die gesamte Partnerschaft in Frage stellt. Aber einen positiven Aspekt kann man dem Ganzen abgewinnen: In Zeiten knapper Kassen und ständiger in-Frage-Stellung des Partnerschaftsetats haben die fehlenden 80 Prozent das ganze um 80 Prozent billiger gemacht und leisten somit einen aktiven Beitrag zur Haushaltskonsolidierung.
Stefan Thieken Seldesberg
