Osternburg - Mittwochnachmittags geht es im Kinderhaus der Erstaufnahmeeinrichtung in Blankenburg eher ruhig zu. Denn die Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren warten gespannt auf das Eintreffen des „Mannschaftsbusses“ des GVO Oldenburg. Einmal wöchentlich können sich rund 30 Jungen und Mädchen unter Begleitung einiger Eltern zwei Stunden lang austoben.

Kaum in der GVO-Halle an der Gerhard-Stalling-Straße angekommen werden die Rufe nach dem Fußball laut, so Erik Grützmann vom Sozialdienst der Landesaufnahmebehörde. Doch Initiator und Jugendtrainer Helge Brinkmann sowie die assistierende Übungsleiterin Ute Siebert bändigen die wilde Gruppe erst einmal mit einigen Aufwärmspielen.

Seit Jahresbeginn wird das Sportangebot in Zusammenarbeit mit dem sozialen Dienst der Johanniter in Blankenburg, dem GVO und dem Stadtsportbund realisiert. So kann der Fahrdienst beispielsweise aus Mitteln des Projekts OLaF (Oldenburg aktiv für Flüchtlinge) finanziert werden. Diese Initiative des Stadtsportbundes hat sich zum Ziel gesetzt, den Vereinen möglichst unbürokratisch bei passgenauen und vereinseigenen Lösungen für die Einbindung von Asylsuchenden behilflich zu sein. Und genau das gelinge im Rahmen des niedrigschwelligen Spiel- und Sportangebotes in Osternburg. „Es entsteht über die wöchentlichen Termine trotz der Sprachbarriere schnell eine gewisse Bindung und zu den Kindern“, so Ute Siebert vom GVO. Allerdings ist die Fluktuation der Gruppe groß. Denn die Flüchtlingsfamilien ziehen in der Regel nach einigen Wochen von der Erstaufnahmeeinrichtung in die Kommunen um.

Ein Umstand, der Jugendtrainer Helge Brinkmann im Engagement keinesfalls beirrt. Ihm gehe es darum, den Kindern und ihren Eltern einen ersten Eindruck vom Vereinsleben in Deutschland zu vermitteln und Abwechslung im manchmal tristen Alltag zu verschaffen. Anfangs setzte sich die Gruppe ausnahmslos aus Jungen zusammen. Mittlerweile finden sind auch immer mehr Mädchen dabei, heißt es.