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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Marcel Beyer gewinnt Büchner-Preis

29.06.2016

Darmstadt Der Schriftsteller Marcel Beyer wird in diesem Jahr mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Ehrung in Deutschland. Der in Dresden lebende 50-Jährige sei ein Autor, „der das epische Panorama ebenso beherrscht wie die poetische Mikroskopie“, begründete die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt ihre Entscheidung. Die Verleihung des Preises ist am 5. November 2016 in Darmstadt vorgesehen. Der Suhrkamp Verlag gratulierte dem Preisträger.

Marcel Beyer Wichtige Stationen im Leben des Romanciers, Essayisten und Dichters: – geboren 1965 in Tailfingen (Baden-Württemberg) – 1987 bis 1992 Studium der Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft in Siegen – 1990 bis 1993 Lektor für die Literaturzeitschrift „Konzepte“ – 1995 erscheint der Roman „Flughunde“, der in 14 Sprachen übersetzt wird. – 2014 erscheint der vielfach preisgekrönte Gedichtband „Graphit“. – Für sein Werk erhält Beyer mehr als ein Dutzend Auszeichnungen, darunter den Berliner (1996), Bremer (2015) und Düsseldorfer Literaturpreis (2016), den Kritikerpreis (1995), den Heinrich-Böll-Preis (2001) und den Kleist-Preis (2014).

Beyer sei einer breiten, auch internationalen Öffentlichkeit 1995 bekannt geworden mit seinem Roman „Flughunde“. Darin erzähle er vom Zweiten Weltkrieg, von der Instrumentalisierung der Sprache durch die Propaganda und von Experimenten mit menschlichen Stimmen. Es folgten die Lyrikbände „Falsches Futter“ (1997) und „Erdkunde“ (2002) sowie die Romane „Spione“ (2000) und „Kaltenburg“ (2008).

„Ob Gedicht oder Roman, zeitdiagnostischer Essay oder Opernlibretto, für Marcel Beyer ist Sprache immer auch Erkundung“, teilte die Akademie weiter mit. „Er widmet sich der Vergegenwärtigung deutscher Vergangenheit mit derselben präzisen Hingabe, mit der er die Welten der Tiere und Pflanzen erforscht.“

Beyer, der in Tailfingen (Baden-Württemberg) geboren wurde, hat für sein Werk bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Uwe-Johnson-Preis, den Oskar-Pastior-Preis und den Kleist-Preis.

Im vergangenen Jahr war der Büchner-Preis an Rainald Goetz gegangen. Zu der langen Reihe der Geehrten zählen auch Gottfried Benn (1951), Erich Kästner (1957), Heinrich Böll (1967) sowie Hermann Kesten (1974) , Friedrich Dürrenmatt (1986), Felicitas Hoppe (2012) und Sibylle Lewitscharoff (2013) sowie Jürgen Becker (2014)

Der Namensgeber der Auszeichnung, Georg Büchner, war deutscher Revolutionär und Dramatiker („Dantons Tod“, „Woyzeck“). Der wegweisende Autor des 19. Jahrhunderts starb mit nur 23 Jahren am 19. Februar 1837 im Exil in Zürich an Typhus.

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