MARKHAUSEN - Amelie fühlt sich richtig wohl im St.-Johannes-Kindergarten in Markhausen. Sie tobt mit den anderen Kindern, lacht viel und macht auch mal Quatsch. Dabei ist Amelie anders als die übrigen 19 Kinder in ihrer Gruppe. Amelie hat das Down-Syndrom. Trotzdem wollten ihre Eltern vor drei Jahren, dass ihre kleine Tochter einen Regelkindergarten besucht. „Hier ist sie mit vielen anderen Kindern zusammen. Sie lernt viel und konnte sich eine Menge abgucken“, erzählt Amelies Mama Elisabeth Gehlenborg. Außerdem war es den Eltern wichtig, dass die Dreijährige einen Kindergarten vor Ort besucht.

Drei Jahre später steht fest: „Das war genau richtig. Ich kann das anderen Eltern mit einem behinderten Kind nur empfehlen“, so Elisabeth Gehlenborg. Amelie habe sich großartig entwickelt. Sie spreche jetzt viel mehr, habe viel gelernt und habe auch viele Spielkameraden gefunden. Im Sommer wird die Sechsjährige voraussichtlich eingeschult werden können.

„Kinder mit dem Down-Syndrom lernen viel von anderen Kindern. Sie macht in ihrer Gruppe das gesamte Programm mit“, berichtet Anja Runden, Leiterin des Kindergartens und Heilpädagogin von Amelie. Anstelle der normalerweise 25 Kinder gehen in Amelies Gruppe nur 20 Kinder. „Den anderen Kindern ist am Anfang gar nicht aufgefallen, dass Amelie etwas anders ist.“

Die Jungen und Mädchen wissen nur, dass ihre Spielkameradin für einige Dinge eben etwas mehr Zeit braucht. Anja Runden betont, dass auch die anderen Kinder von Amelie lernen: „Da fällt mir spontan Herzenswärme ein. Amelie ist besonders lieb und offen.“ Der Umgang mit den anderen Kindern wiederum sporne Amelie an: „Wenn die anderen Klettern oder Balancieren, dann will sie das auch schaffen. Sie lernt quasi am Vorbild“, so Anja Runden.

Sie will anderen Eltern Mut machen, mit ihren Kindern einen ähnlichen Weg zu gehen. Es sei eine Frage der Integration: „Andersartigkeit sollte ganz normal und selbstverständlich dazu gehören.“

Anja Biewald
Anja Biewald Redaktion Oldenburg