Markhausen - Die 123-jährige Geschichte des Büchereiwesens in Markhausen ist zu Ende. In der vergangenen Woche wurden die Türen der katholischen öffentlichen Bücherei für immer verschlossen und der langjährige Büchereileiter August Konen feierlich verabschiedet.

Rückblick: Die Anfänge der Bücherei in Markhausen waren sehr bescheiden. Mit 57 Reichsmark für die ersten Bände und 10 Lesern startete 1895 die Büchereiarbeit. Die erste Bücherei war in einem Bücherschrank in der Wohnküche des alten Pastorats zu finden. Als die Bestände und die Ausleihzahlen wuchsen, siedelte die Bücherei in einen Nebenraum der Kirche um. Zwar war dort viel mehr Platz, aber die Feuchtigkeit setzte den Büchern arg zu. Viele der damals 500 Bücher wurden durch Schimmel vernichtet. Eine Heizungsanlage und kräftige Geldspritzen aus dem mittlerweile entstandenen Büchereiverbund der Büchereien im heutigen Stadtgebiet Friesoythes ließen den Bestand 1969 wieder auf 800 Bücher anwachsen.

Der Durchbruch zum großen Erfolg kam mit dem Bau der Begegnungsstätte 1983. Dort bekam die Bücherei attraktive Räumlichkeiten und konnte ihren Bestand immer mehr ausbauen, nicht zuletzt durch den engagierten Einsatz der Markhäuser Pfarrer.

1977 griff August Konen im Alter von nur 20 Jahren in die Geschicke der Bücherei Markhausen ein. Mit riesiger Unterstützung seiner Familie und einiger ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gelang es ihm, die kleine Bücherei in Markhausen zu einer damals sehr modernen und ansehnlichen Bücherei auszubauen. Die legendären Buchausstellungen in der vorweihnachtlichen Zeit zogen viele Besucher an.

Erst in den letzten Jahren, durch den Vormarsch elektronischer Medien, dem Internet, Youtube, Facebook usw. sollte sich das Leseverhalten insbesondere der jungen Leser/innen nachhaltig verändern. Schweren Herzens beschloss man infolge dieser Entwicklungen, die Bücherei in Markhausen zu schließen.

Auf der Abschlussfeier würdigte Pfarrer Michael Borth die Verdienste von August Konen. „August Konen hat seit 1975 mit viel Herzblut und außerordentlichem Engagement die Geschicke der Bücherei in Markhausen vorangetrieben. In dieser Funktion hat er mit großer Unterstützung seiner Familie und durch die Hilfe weiterer ehrenamtlicher Kräfte einen wichtigen Teil der Pastoral entscheidend bereichert. Als St.-Marien-Pfarrei schulden wir ihm für diesen Dienst großen Dank und Anerkennung“, so Borth.

In einer anschließenden Zusammenkunft in der Begegnungsstätte nahm Birgit Meyer Beylage von der Zentralbücherei die offizielle Würdigung von August Konen vor. Sie überbrachte auch die Grüße der Büchereifachstelle in Münster. „Ich wünsche dir, dass du dich an viele schöne Ereignisse in dieser Zeit erinnerst, ohne wehmütig zu werden und dass du dir die Neugier auf das, was nun kommt, bewahrst.“

Auch Pfarrer Günther Aschern ließ es sich nicht nehmen, ein Grußwort zu sprechen. Die letzten Worte gehörten August Konen selbst, der nochmals an die Geschichte und Entwicklung der Bücherei erinnerte. Pfarrer Borth brachte es abschließend auf den Punkt: „Die Verdienste um das gute Buch, die Lesekompetenz und die Förderung von Gemeinschaft durch die Bücherei in Markhausen, werden immer mit einem Namen verbunden bleiben: August Konen.“