MARKHAUSEN - Drei Aufführungen stehen noch an. Die nächste beginnt am Freitag, 10. Februar.

Von Fritz Kreyenschmidt

MARKHAUSEN - „Bäter geiht et nich mehr“, „Dat laot eer erst äis eene naohmaoken“, „De kunnen uk in’t Fernsehn speelen“, so einige der vielen begeisterten Kommentare, die die tolle Leistung der Spielschar Markhausen nach der Aufführung des plattdeutschen Theaterstückes „De Aantenkrieg“ beschrieben.

In der Tat boten die Schauspieler mit der Aufführung der plattdeutschen Komödie in drei Akten von Walter G. Pfaus Theater und Unterhaltung vom Allerfeinsten und hatten die Lacher sowie immer wieder spontanen Beifall auf ihrer Seite. Und am Ende durften sie erst nach mehreren Vorhängen von der Bühne des Dorfgemeinschaftshauses.

Die Premiere der von der Spielschar einstudierten Stücke erleben traditionell die Senioren der Gemeinde, die zudem von einer großen Vielzahl von Helfern des Theatervereins kostenlos mit Kaffee und Kuchen, Schnittchen und Getränken bewirtet werden. Perfekt von Regisseur Heinz Norrenbrock vorbereitet, spielte die Theatergruppe wie aus einem Guss. Dass Souffleuse Renate Suter auch zum Team gehörte, war nicht zu bemerken. Die Bühnenroutiniers spielten die zu ihnen passenden Rollen sehr locker, flüssig und überzeugend.

Ihre Einsätze waren perfekt und die Höhepunkte, sprich die deftigen Sprüche wie „Bi de Politiker kannste lange nao’n Gewäten seuken“, „Dorför hau ik di nich nur de Ougen blau, sondern de Heunerougen uk noch“, „Wenn du von Gefeuhl schnakes, häs du doch nur Schwienkraom innen Kop“, wurden mit einer großen Natürlichkeit gebracht.

Martin Bullermann als Bürgermeister Arthur Ohde überzeugte in seiner draufgängerischen alles beherrschenden, lautstarken Art als Politiker und Bürgermeister, der immer Recht hat. Perfekt auch seine Ehefrau Helma als braves Hausmütterchen, die der Dominanz ihres Mannes nichts entgegenzusetzen hat, aber im Stillen das Familienleben regelt. Tochter Heinke wird der Rolle des verliebten, hübschen Mädchens gerecht. Für sie steht ihr Freund, den Hans-Jörg Schmidt als Udo Schröder spielt, im Mittelpunkt. Schmidt spielt seine Rolle als angehender Schwiegersohn in einer glaubhaft anfänglichen Schüchternheit und überzeugt später als Mann, der etwas kann.

Alwin Oldemanns als Pastor Runge macht die natürliche vornehme Art eines Priesters deutlich und ist auf der anderen Seite der „Don Camillo“, der Gott auf seiner Seite wähnt und keinen Streit scheut. Zu Gaby Raker als neugierige und tratschende Wanda Fink kann man nur sagen, die muss man gesehen haben. Man könnte fast sagen, sie erinnert an Heidi Kabel. Alfred Brand als Johann Papendiek und Helga Hayfield als Irma seine Frau spielten das Ehepaar, in dem die Frau die Hosen an hat und er der „Ja“-Sager ist, überzeugend und souverän. Einen besonders loben hieße den anderen Unrecht tun. Alle verkörperten ihre Rollen mit großer Schauspielkunst und Überzeugungskraft. Hervorragend gebracht auch die Quintessenzen des Stückes, Bürgermeister und Pastor stehen sich anscheinend als unversöhnliche Boxer gegenüber, dabei ist alles nur Schau, beide ziehen zum Wohl der Gemeinde sehr weitsichtig an einem Strang.

Ausgezeichnet gestylte Schauspieler, ein passendes Bühnenbild sowie die musikalische Umrahmung durch die Mehrenkamper Dorfmusikanten rundeten die gelungene Aufführung ab. Wer das Stück noch nicht gesehen hat, sollte dies unbedingt nachholen. Es gibt noch drei Aufführungen: Freitag, 10. Februar, 20 Uhr; Sonntag, 12. Februar, 19.30 Uhr, und Sonnabend, 18. Februar, 20 Uhr.