MARKHAUSEN - Im Dorfgemeinschaftshaus Markhausen laufen die Proben der Spielschar für die plattdeutsche Komödie „De Akte Hannibal“, ein Dreiakter von Stefan Taphorn, auf Hochtouren. Zweimal und manchmal auch dreimal wird jetzt in den letzten Wochen vor den fünf Aufführungen geübt.
„Das Stück bietet alles, was zu einer plattdeutschen Komödie gehört: Humor, deftige Ausdrücke, Verwechselungen und Liebe. Außerdem ist durch das hervorragende Schauspielerpotenzial jede Rolle optimal besetzt, so dass die Charaktere der Figuren hervorragend wiedergegeben werden.
Regisseur Heinz Norrenbrock dirigiert die Schauspieler souverän und stoppt sofort die Probe, wenn er eine andere Vorstellung von der Szene hat. „Martin mehr Gefeuhl wiesen und diene Frau in’ne Ogen kieken. Du luurs mi vällst tau välle nao de Soufleuse. Watt hollst du dor van tau Huse ais de Nääsen int Bauk tau stäken“. Aber Norrenbrock hält auch mit Lob nicht zurück und meint zu Gaby Raker, die eine „Wahrsagerin“ spielt: „Maok du die man als Woahrseggerin in Markusen sülvsständig, dormit kannste masse Geld verdeinen, de glöwt de Lüe alls“.
Der junge Liebhaber Hans-Jörg Schmidt muss sich anhören, seine Freundin fester zu drücken und richtig zu küssen. Die Entschuldigung, dass er erkältet sei und seine Partnerin nicht anstecken will, lässt Norrenbrock nicht gelten: „Ik har de Rulle man hebben schullt, de Szene har ik richtig probt, uk wenn ik verköölt wähn was“. Mit seinen humorvollen und manchmal auch sarkastischen Einwendungen schafft der Regisseur stets eine lockere Atmosphäre bei den Proben, so dass viel gelacht wird.
Die Markhäuser Spielschar ist eine Profitruppe, zu der neben den Schauspielern auch eine Mitarbeitergruppe gehört, die für das Drumherum wie Bühnenbild, Maske und Werbung verantwortlich ist. Dass Bühnenbild und Dekoration perfekt sein werden, daran arbeiten zurzeit Werner Siemer, Stefan Möller und Josef Flatken.
Für Kleidung und Maske der Schauspieler zeichnen Renate Suter sowie Maria Bäker verantwortlich, die zudem noch mit Anne Bregen als Souffleuse im Einsatz ist. Vorsitzende Gertrud Stadtsholte, die auch auf der Bühne steht, sorgt zudem noch für die Werbung. Wer bei den Proben dabei war, weiß, dass die Lachmuskeln des Publikums bei den Aufführungen arg strapaziert werden.
Im Mittelpunkt der Komödie steht Polizist Johannes Diekmann (Martin Bullermann), der noch gerne seinen 500. Kriminalfall aufgeklärt hätte, aber in Pension geschickt wird.
Trotz Ruhestrand macht er mit dem Detektivspielen weiter und will den 20 Jahre zurückliegenden Fall, das Verschwinden des Zuchtkaninchens Hannibal, lösen. Erst wenn er seinen 500. Fall gelöst hat, will er mit Ehefrau Marianne (Gertrud Stadtsholte) in Urlaub fahren. Deshalb wird von ihr, gemeinsam mit Schwager Alfons Böttcher (Manfred Timme), ein scheinbarer Mordfall konstruiert, der leicht zu lösen gewesen wäre, wenn nicht Ehefrau Hildegard Böttcher ins Geschehen eingegriffen hätte. Als aber auch noch die Tochter des Polizisten Christine Diekmann (Edith Willing-Hillen), ihr Freund Jürgen Holzenkamp (Hans-Jörg Schmidt) sowie Wahrsagerin Madame Bolunga (Gaby Raker) sich einmischen, wird das Verwirrspiel perfekt.
