Castellón - Nach einer Welle von Protesten gegen die Ausladung des jüdischen US-Musikers Matisyahu bei einem Musikfestival in Ostspanien haben die Veranstalter ihre Entscheidung zurückgenommen. Das Reggae-Festivals Rototom Sunsplash in Benicàssim bat den Sänger am Mittwoch öffentlich um Entschuldigung. Die Veranstalter teilten mit, dass sie Matisyahu für den kommenden Samstag erneut eingeladen hätten. An diesem Tag hatte auch das Konzert stattfinden sollen, das dann aus dem Programm genommen wurde.
Die Organisatoren des Festivals hatten von dem 36-jährigen Musiker eine Erklärung verlangt, in der er das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat anerkennen sollte. Matisyahu lehnte dies jedoch ab. Daraufhin wurde sein Konzert abgesagt. Dies löste eine Serie von Protesten aus. Jüdische Organisationen hielten den Veranstaltern Antisemitismus und Diskriminierung vor. Die spanische Regierung, die Regionalregierung von Valencia und mehrere politische Parteien in Spanien verurteilten die Ausladung des Amerikaners.
„Das Rototom-Sunsplash-Festival räumt ein, dass es einen Fehler gemacht hat“, heißt es in einem Kommuniqué. Die Veranstalter erklärten die Ausladung von Matisyahu damit, dass sie von der Boykottbewegung gegen Israel (BDS) unter Druck gesetzt worden seien und um einen normalen Ablauf des Festivals gefürchtet hätten. Einzelne Musiker hatten mit einem Boykott des Festivals gedroht hatten, falls der Amerikaner dort auftreten würde.
„Wir respektieren die jüdische Gemeinschaft und bitten aufrichtig um Entschuldigung für das, was vorgefallen ist“, betonten die Veranstalter. Der jüdische Weltkongress (WJC) und der Verband der jüdischen Gemeinden in Spanien (FCJE) begrüßten das Einlenken der Verantwortlichen.
„Das ist eine sehr wichtige und willkommene Entscheidung“, betonten die Präsidenten beider Organisationen, Ronald S. Lauder und Isaac Querub Caro, in einer gemeinsamen Erklärung. „Wir danken den Veranstaltern dafür, dass sie ihren Fehler eingesehen und die notwendigen Schritte eingeleitet haben, ihn zu korrigieren.“ Allerdings seien noch Lehren zu ziehen. Die Boykottbewegung BDS gebe vor, den Rassismus zu bekämpfen, aber in Wirklichkeit werde sie vom Antisemitismus angetrieben, meinte Lauder.
