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Serie Zu Salsa die Nacht durchgetanzt

Mirjam Rasch

MEDELLIN - Schon wieder ist ein Monat rum und langsam neigt sich mein Jahr in Kolumbien dem Ende zu. In den Osterferien habe ich meine Freundin Freya besucht, die ihr Auslandsjahr in Peru verbringt. Dort habe ich noch einmal sehr viele Unterschiede zu Kolumbien festgestellt.

In Tarapoto waren die Verhältnisse sehr viel ärmlicher im Vergleich zu dem, was man in Kolumbiens Hauptstadt Medellin vorfindet. Ich habe zunächst in einem Haus mit insgesamt sieben Personen gewohnt – allerdings gab es nur drei Schlafzimmer. Die Toilette befand sich hinter einer Wand – ohne Tür und in einem fremden Haushalt. Das war für mich wieder ein kleiner Kulturschock: In Medellin hatte ich schließlich ein eigenes Zimmer und Bad für mich.

Kleine Lehmhäuser

Das Dörfchen, in dem meine Freundin Freya wohnt, besteht aus kleinen Lehmhäuschen und liegt an einem sehr schönen See. Überall auf der Straße wurde Kaffee getrocknet und an jeder Ecke konnte man leckere Fruchtsäfte trinken und natürlich Fisch essen. Aber auch Bananen in allen Formen gab es dort: von normalen Bananen über Kochbananen bis hin zu Bananenchips. Obwohl es – aufgrund der Nähe zum Regenwald – auch einmal „wie aus Eimern“ geregnet hat, war es sehr schön, einmal andere Ecken von Südamerika kennenzulernen.

Auch konnte ich Freya bei ihrer Arbeit in einem kleinen Kindergarten besuchen – es war sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Auslandsjahre von Freunden in Südamerika sind und mit welchen Schwierigkeiten jeder einzelne zu kämpfen hat.

Aber auch von meiner Zeit in Kolumbien gibt es Neues zu berichten: Zum Beispiel waren wir freiwilligen deutschen Helfer auf einer typisch kolumbianischen Hochzeitfeier eingeladen – eine Lehrerin, die einmal in unserem Projekt gearbeitet hat, hatte geheiratet. Alle Frauen waren in langen Strandkleidern erschienen, die Männer trugen Leinenhosen und weiße Hemden, die es nur an der kolumbianischen Küste zu kaufen gibt.

Kleid einer Meerjungfrau

Die Hochzeit fand in einer kleinen, weißen Kirche statt. Die Braut hatte ein kitschiges, weißes Kleid an, das aussah wie das einer Meerjungfrau. Die Feier fand in einem großen Raum mit vielen Lichterketten und nobel gedeckten Tischen statt. Im Mittelpunkt stand jedoch nicht das Essen, sondern das Tanzen: Die Musik bestand nur aus Salsa und Merengue – wir haben die ganze Nacht getanzt.

Zudem entdecken wir immer mehr Früchte, aus denen man überaus leckere Säfte herstellen kann. Erst in den vergangenen Wochen ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass jeder zweite Baum an der Straße ein Mangobaum ist, von denen nun die Mangos zu pflücken sind. Auch reihen sich viele Limonen- und Orangenbäume aneinander.

Ansonsten werde ich jetzt in den letzten Monaten noch einmal das jederzeit tolle Wetter genießen. Am Nachmittag ist es sommerlich warm, sobald die Sonne untergeht, wird es dann frühlingshaft frisch – das macht das Leben hier insgesamt sehr angenehm.

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