Dötlingen - „Die Kirche ist so voll wie an den Weihnachtstagen. Das schafft nur ihr“, sagte Pastorin Susanne Schymanitz am Sonntagabend in der Sankt-Firminus-Kirche in Dötlingen. Dort luden Markus Häger und Thomas Schlegel zum vierten Mal in Folge zum Konzertabend „Winternacht – Alles still“ ein.
Schon weit vor dem Beginn um 17 Uhr waren die Sitzplätze knapp. Küster Rudi Zingler hatte fast alle der 130 gedruckten Blätter mit der Liederliste und den Wortbeiträgen verteilt. „Das ist so voll wie zu Weihnachten“, bestätigte auch er am Rande.
Damit würde ein anderer Veranstalter von ausverkauften Rängen sprechen. Markus Häger und Thomas Schlegel veranstalteten aber ihr Konzert zum Beginn des neuen Jahres ohne Eintritt. Wer wollte, konnte dafür nach dem Konzert eine Spende geben.
Und damit war es auch bei der vierten Winternacht so wie in den Vorjahren. Stille und Einkehr, zarte Töne und ausgewählte Texte sorgten bei den Zuhörer für Gänsehaut-Stimmung. Markus Häger (Tasten, Gesang und Wort) sowie Thomas Schlegel (Akustikgitarren und Gesang) hatten ihre Songliste wohl ausgewählt und mit eigenen Kompositionen und Stücken ausgesuchter Künstler wie Reinhard May, Clemens Bittlinger oder Herbert Grönemeyer gepaart. Und auch ein Beitrag von Marlene Dietrich („Ich werde dich lieben“) lebte an diesem Abend wieder auf. Auf diese Art entstand auch diesmal wieder ein Rezept zum Träumen, zum Augenschließen und zum kurzweiligen Vergessen der Welt da draußen vor der Kirchentür. Und doch rückte das Miteinander bei allem Nachdenken und aller Entspannung nicht in den Hintergrund.
Mit der instrumentalen Einführung „An die Jahreszeiten“ eröffnete Markus Häger den musikalischen Abend. Zum weiteren Intro gehörte die Gemeinschaftskomposition der beiden Musiker „Ankommen“. Mit Improvisation und Meditation schafften Häger und Schlegel schnell den Weg zu ihrem Publikum.
Das Motto des Konzertes „Winternacht – Alles still“ von Theodor Fontane unterstrichen Stücke wie „Drinnen ist es warm und hell“, ein Sphärenlied von Hans Zimmermann, „Für den Moment“ von Thomas Schlegel, „Wirklich schon wieder ein Jahr“ von Reinhard May oder „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer.
Schließlich fanden die 16 ausgewählten Stücke und Wortbeiträge in der Kirche ihren Abschluss in tosendem Beifall.
