Friesoythe - Die Theaterszene der Umgebung kann sich freuen, denn in Zukunft wird von der Theatergruppe „Eigen:Regie“ mehr zu sehen sein. Um „die Vielfalt des Theaters noch besser ausdrücken zu können“, arbeiten die Schauspieler seit Anfang Dezember in zwei Gruppen an zwei verschiedenen Stücken. Der Grund dafür sei, dass die vielen jungen Schauspieler der Gruppe verschieden Formen des Theaters bevorzugen würden. „Es war nicht immer einfach, für jeden eine passende Rolle zu finden, daher arbeiten wir nun an zwei Stücken“, erklärt Eigen:Regie-Regisseur Niklas Reinken.

Mit der Aufteilung, die durch zahlreiche neue Mitglieder ermöglicht wurde, haben die Darsteller bisher gute Erfahrungen gemacht. Viele seien mit ihrer Rolle sehr glücklich, wovon die Stimmung bei den Proben profitiere. Für den Regisseur Niklas Reinken bedeutet die Aufteilung jedoch doppelte „Arbeit“. Schließlich hat er seit die Vorbereitungen der neuen Stücken begonnen haben jeden Freitag zwei Proben nacheinander zu leiten.

Unterstützung erhält er dabei seit neuestem von Linda Thölking, die nun auch bei Eigen:Regie als Regisseurin tätig ist. Sie hatte zuletzt bei der Theater-AG des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) Regie geführt.

Bis zu den Aufführungen ist es noch eine Weile hin. Ende September und Anfang Oktober steht die erste Gruppe auf der Bühne. Bei der Wahl ihres Stückes entschieden sich die Darsteller für „Der Club der toten Dichter“. Die Vorlage des Textes stammt von AMG-Lehrer Peter Langer, der vor Linda Thölking Regisseur der Theater-AG des AMG war. Die andere Gruppe arbeitet zurzeit an der Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“. „Im Laufe des nächsten Jahres wird auch dieses Stück inszeniert werden“, sagt Niklas Reinken.

Eigen:Regie wurde im September 2012 von schauspielbegeisterten Abiturienten des AMG gegründet. Entstehungsgrund war damals, dass die Schulabsolventen weiterhin gemeinsam Theater spielen wollten. Mittlerweile hat die Theatergruppe fünf Stücke aufgeführt, zwei davon schrieb sie sogar selbst.

Niklas Reinken ist seit dem ersten Tag fester Bestandteil von Eigen:Regie. Die Begeisterung für das Theater begleitet ihn seit der Grundschule. Schon im Kindesalter war er fasziniert davon, in andere Rollen zu schlüpfen. „Als ich in der Mittelstufe bemerkte, dass ich damit Leute erreichen kann, hat sich die Begeisterung stark erhöht.“

Und auch bei den heutigen Stücken ist der 23-Jährige auf der Bühne und nicht nur als Regisseur hinter den Kulissen vorzufinden. „Ich könnte es nicht ertragen, zuzugucken, nachdem man so viel Arbeit in das Stück gesteckt hat“, führt Reinken aus.

Nach vielen Jahren Schauspielerfahrung spiele Nervosität eine zunehmend kleinere Rolle. Dennoch sei er auf der Bühne immer noch ein wenig aufgeregt, in der Regie hingegen weniger. Dort komme es nicht auf die Leistung eines Einzelnen, sondern der gesamten Gruppe an. Spaß an der Regie bereite ihm vor allem, sich mit dem Stück sehr ausgiebig auseinandersetzen zu können.

Vorrangiges Ziel der Theatergruppe sei es vorerst nicht, noch größer zu werden, sondern sich erst einmal in Frie­soythe zu etablieren. „Mal schauen, vielleicht probieren wir aber mal etwas anderes aus. Eventuell ein eher klassisches Stück.“