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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Konzert: Meister des trockenen Humors

03.11.2014

Oldenburg „Ich bin nur gut, wenn keiner guckt“, behauptet Max Raabe (51) in seiner Einstiegsnummer. In der ihm eigenen Erzählart – trocken emotionslos, aber mit markanter Stimmbetonung doch fesselnd – schiebt Raabe in der Oldenburger Weser-Ems-Halle nach: „Es macht erst Spaß, wenn jemand zuguckt.“ Dann kommt er auf die großen Fragen des Lebens. „Wir haben Stücke ausgesucht, die Antworten geben könnten. Nur nicht bei uns.“

Rund 1350 Zuschauer sind gekommen, um Matthias Otto – so Raabes eigentlicher Name – und sein zwölfköpfiges Palast Orchester zu sehen. Die Musiker verteilen sich auf einer weißen Bühne über drei Ebenen. Raabe steht schlaksig im schwarzen Anzug samt Fliege vor dem Mikrofon. Seine Arme und Hände hängen bewegungslos seitlich am Körper herab. Wenn er nicht singt oder Ansagen macht, lehnt er sich lässig, aber nicht minder betont bewegungslos ans Klavier.

Diese Steifheit müsste eigentlich abschreckend wirken. Zumal auch das Orchester auf den ersten Blick bieder wirkt. Auch die zuckersüße Schmalzigkeit mancher Arrangements könnte manchem zu viel sein. Jedoch: Raabe erweist sich als Meister des trockenen Humors. Subtil zeigen er und sein Orchester, dass sie den Schalk im Nacken haben. Und egal, ob gemächlich oder mit Schmiss: Bei den zumeist deutschen Stücken stehen die humorvollen Texte im Vordergrund.

Wie gewohnt besteht der Hauptteil seines Programms aus Schlagern und Chansons der 20er und 30er Jahre. Meist nennt er vorab Erscheinungsjahr und Komponisten. Daneben gibt es aber auch eigene Kompositionen. Besonders heben sich die Stücke hervor, die Raabe gemeinsam mit Annette Humpe (64) für das aktuelle Album „Für Frauen ist das kein Problem“ (2013) und das Vorgängeralbum „Küssen kann man nicht alleine“ (2011) komponiert hat.

Die ehemalige Ideal-Frontfrau bringt eine völlig neue Qualität in seine Musik. Der typische Repertoire-Stil des Palast Orchesters erhält einen Pop-Einschlag, der angenehm frisch klingt. Und die Texte sind feinsinnig humorvoll geraten. Eine gelungene Zusammenarbeit. „Kleine Lügen“, „Am Ende kommt immer der Schluss“ oder die namensgebenden Titelstücke der Alben zählen zu den Höhepunkten.

Hilfreich sind Raabes Tipps in den Ansagen. Beim Häuserkauf gelte es, nicht das Haus, sondern die Nachbarn zu prüfen. „Ein undichtes Dach kann man reparieren. Ist der Nachbar nicht ganz dicht, hilft auch kein trockener Keller.“ Die Nummer „Zwei Treppen links im Nachbarhaus“ gehört zu den Stücken, bei denen das Orchester anzieht und groovt. Auch „Amazonas“ und der Rumba „Siboney“ machen herrlich schwindlig.

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