Lange standen sie als Macher im Rampenlicht der Öffentlichkeit: Was sie jetzt tun, schildert diese NWZ -Serie.

400 mal stand er auf der Bühne. Der pensionierte Rektor spielt auch in der „Chorproov“.

Von Hans Begerow

Varel Er hat Bauern und Knechte gespielt, Diener, zwielichtige Gestalten, einen Kommissar, Handelsvertreter, gar einen Mönch und einen General: Wolfgang Grützmacher aus Varel ist seit 24 Jahren bei der Niederdeutschen Bühne Varel aktiv. Bereits 400 Mal stand er in insgesamt 29 Inszenierungen für die NDB Varel auf der Bühne. An diesem Freitag und am Sonntag können ihn die Besucher noch einmal in der aktuellen Inszenierung „De Chorproov“ erleben, die jeweils um 20 Uhr im „Tivoli“, Windalleee 21, beginnt.

Begonnen hatte es mit der Schauspielerei in Wapeldorf, wo Grützmacher in niederdeutschen Stücken mitwirkte. Daraus ergab sich der Kontakt zur Niederdeutschen Bühne Varel, wo Norbert Buchtmann Bühnenleiter war. Besonders an „Besöök ut de Stadt“, „Opa ward verköft“ und „Dat Hörrohr“ erinnert sich Grützmacher gerne, stand er doch „mit dem sagenhaften Otto Hase“ auf der Bühne. In „Allens klar, Herr Kommissar“ agierte er an der Seite von Gertrud Büsing, die er als wunderbare Spielerin in Erinnerung hat. Und auch die „Dodenwacht“ (u.a. mit Günter Brüntje) zählt Grützmacher zu den Herausforderungen eines Bühnenlebens. „Was mich bei der Vareler Bühne hält, ist das ständige Bemühen um Qualität im Rahmen eines Amateurtheaters. Natürlich auch der Umgang mit der von mir so sehr geschätzten plattdeutschen Sprache“, sagt Grützmacher.

Aufgewachsen im Jeverland ist das Plattdeutsche dem heute 71-Jährigen sozusagen in die Wiege gelegt worden. Nach der Schulzeit und dem Studium an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg wurde Grützmacher Lehrer, wie sein Vater übrigens. 1973 bewarb sich Grützmacher um die Leitung der Hauptschule mit Orientierungsstufe Varel. Er wurde dort Rektor und blieb es bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2002.

Er bekennt sich zur Komödie, ohne billige Effekte freilich. Und er bekennt sich zur Gemeinschaft der NDB Varel: „Die Niederdeutsche Bühne Varel ist eine Gemeinschaft, in der man sich wohlfühlt.“ Besonders beglückend empfinde er es, „wenn wir mit drei Generationen auf der Bühne stehen. Wo gibt es das sonst noch? Und jeder weiß dabei: Ich allein bin gar nichts.“ Neben seinem Engagement für die NDB Varel hat Grützmacher übrigens auch in allen Freilichtinszenierungen von „Gaudium Frisia“ mitgewirkt: zuletzt in „Edo Wiemken“. Außerdem engagiert sich Wolfgang Grützmacher bei der „Vareler Tafel“.

Zwei Vorstellungen der aktuellen Inszenierung „De Chorproov“ sind noch in Varel zu sehen: Freitag, 7. November, und Sonntag, 9. November, 20 Uhr, „Tivoli“.