Friesoythe - Als neues Mitglied im Team der St.-Marien-Gemeinde kann Pfarrer Michael Borth nun Eckehard Drees begrüßen. Er wird seit Anfang August in der Gemeinde zum Pastoralreferenten ausgebildet. Zunächst muss der 39-Jährige aber vor allem wieder die Schulbank drücken.
Drees, der seinen Lebensmittelpunkt in Sedelsberg hat, wird im ersten Jahr seiner insgesamt dreijährigen Ausbildung an der Oberschule Heinrich-von-Oytha-Schule anzutreffen sein. Dort soll er künftig Religion unterrichten. Dafür muss er aber zunächst die „Missio Canonica“, die Lehrerlaubnis für katholische Religion, erhalten. Unterstützung bietet ihm neben dem Kollegium der Oberschule Mentorin Maria Norrenbrock. Dass er einen guten Draht zu den Schülern bekommen werde, ist sich Eckehard Drees sicher. „Ich gebe ja auch seit Jahren Kommunion- und Firmunterricht. Viele Kinder grüßen mich nach Jahren immer noch“, sagt er mit einem Schmunzeln – „so schlimm kann Unterricht bei mir also nicht sein.“
Nach dem ersten Jahr wird er in den folgenden zwei Ausbildungsjahren „die ganze Bandbreite“ der Gemeindeseelsorge in der St.-Marien-Pfarrei kennenlernen – „von der Wiege bis zur Bahre“, wie Drees sagt, von der Taufe über die Hochzeit bis zur Beerdigung. Die Begegnung mit Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen sei es, die für ihn den geistlichen Beruf so attraktiv mache und die ihn auch im Entschluss zu diesem Schritt bestärkt habe. Im Gemeindedienst wird er von der Pastoralreferentin Hedwig Sänger begleitet.
Einen weiten Weg hat der gebürtige Garreler hinter sich gebracht: Der gelernte Hochbautechniker war in den vergangenen zwölf Jahren im Museumsdorf Cloppenburg beschäftigt, davor in einem Ingenieurbüro. Nebenher war er als ständiger Diakon – Drees: „meine Berufung“ – im Zivilberuf in der St.-Jakobus-Gemeinde Saterland engagiert. Zum Diakon wurde er im November 2011 geweiht. Drei Jahre lang hat er neben dem Job Theologie im Fernkurs studiert – „eine anstrengende Zeit“, sagt Drees mit Blick auf arbeitsintensive Wochenenden. „Da muss man schon Durchhaltevermögen mitbringen und Spaß an der Sache haben.“ Auch der Urlaub ging zumeist fürs Studium drauf – etwa für Präsenzzeiten in Münster.
Auf die Frage, wie es zu dem Entschluss kam, berichtet Drees von seiner Sozialisation in der Kirche, davon, dass er in Garrel bereits Messdiener gewesen sei, in Sedelsberg Lektor, Kommunionhelfer, im Pfarrgemeinderat aktiv war. Schließlich habe er seine „Leidenschaft zum Beruf gemacht“. Die zweijährige „Praktikumszeit“ als Diakon in Sedelsberg habe ihn darin bestärkt, diesen Weg zu beschreiten.
Allerdings, sagt Drees, hätte er diesen Weg ohne die Zustimmung seiner Familie nicht beschritten. Gemeinsam mit Frau Petra (43), die in Sedelsberg ein Friseurgeschäft betreibt, hat Eckehard Drees drei Töchter im Alter von 14, zehn und fünf Jahren.
