MEPPEN/BORKUM/LANGEOOG/OSNABRüCK - Nach dem langen und eisigen Winter sehnen sich die Norddeutschen nach Sonne und Wärme – weshalb einige noch zögern, die Osterferien an der Nordsee oder im Harz zu verbringen. Angesagt sind vor allem Reisen, auf denen Urlauber die Region und Natur mit dem Fahrrad erkunden können.
Für Kurzentschlossene stehen die Chancen deshalb gut, noch ein freies Bett zu ergattern. „Es sind noch Plätze frei“, sagte der Geschäftsführer der Emsland Touristik, Uwe Carli, in Meppen. Mit ausgebuchten Hotels und Ferienwohnungen rechnet er ohnehin erst in den Sommermonaten, wenn die warmen Temperaturen Fahrradbegeisterte in die Region treiben.
Die Ferienorte an der Nordsee profitieren ebenfalls von den Kurztrips. „Das beschert insbesondere der Küstenregion derzeit steigende Übernachtungszahlen“, sagte die Tourismusdirektorin von Borkum, Susanne Westermann. Sie rechnet damit, dass die Insel über Ostern wieder ähnlich gut besucht ist wie im vergangenen Jahr, als rund 17 000 Urlauber kamen.
Auch auf Langeoog kann sich das Gastgewerbe nicht beschweren. „Wir haben sehr viele Stammgäste, die schon früh buchen“, erläuterte Monika Gress, Leiterin der Touristen-Information. „Wir haben mit durchschnittlich 8,9 Tagen eine hohe Verweildauer.“
Ins Osnabrücker Land zieht es über Ostern die Hartgesottenen. Der Tourismusverband erwartet zahlreiche Camping-Urlauber aus Niedersachsen, Bremen und dem Rhein-Ruhrgebiet. „Die Gäste sind froh, dass sie wieder raus können“, sagte Verbands-Geschäftsführer Günter Droste. Plätze finden sie in der Region genug. Selbst in der Osnabrücker Innenstadt gibt es Versorgungsstationen für Wohnmobile, an denen die Camper Abwasser ablassen und frisches Wasser tanken können.
„Die Gäste reagieren sehr kurzfristig“, sagte Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. „Man hat deutlich gemerkt, dass sich die Leute zurückgehalten haben, solange noch Schnee lag.“ Auch in die anderen niedersächsischen Ferienorten im Weserbergland und im Harz kommen immer mehr Spontan-Urlauber. Wer verreist, macht es häufig abhängig vom Wetterbericht.
Selbst Hannover verzeichnet dank der Kurzurlauber ein Buchungsplus über die Feiertage. Beliebt seien vor allem die Erlebnispakete, die einen Besuch im Konzert, Museum oder Zoo mit einer Übernachtung verknüpften, erklärte Daniela Buckmann von Hannover Marketing.
