Elsfleth - Als das Vermessungsschiff „Fugro Helmert“ bei der Fassmer-Werft in Motzen vor rund einem Jahr getauft wurde, standen die ersten drei Einsatzfahrten schon fest. Die erste Reise unternahm das Schiff für ein Kabelprojekt nach Spitzbergen, danach ging es nach Trondheim. Ziel des dritten Törns: das Rote Meer.
Konzipiert sei die „Fugro Helmert“ für Projekte in der Öl- und Gasindustrie sowie für Forschung in erneuerbaren Energien. Für die geophysikalischen Vermessungen werde es weltweit eingesetzt. „Wir fahren Daten ein“, sagte Bernd Jeuken von der Fugro OSAE GmbH in Bremen damals bei der Schiffstaufe. Über die „Vermessungen vom Spülsaum bis in die Tiefsee – Anforderungen an den Geräteträger Schiff“ berichtete nun Manfred Stender (Fugro OSAE) anlässlich der Veranstaltungsreihe Forum Maritim im Elsflether Kompetenzzentrum. Er berichtete auch über Vermessungsfahrten der „Fugro Helmert“ im Roten Meer.
Das Maritime Cluster Norddeutschland hatte dazu eingeladen. Rund 40 Interessierte nahmen daran teil. Sie erfuhren von Manfred Stender, dass es Ziel aller Vermessungsfahrten sei, alle erfassten Daten simultan aufzuzeichnen und damit uneingeschränkt vergleichbar/verfügbar zu machen. die Einsatzgebiete der Fugro-Flotte reichten von Küstennähe bis hin zur Tiefsee. Die „Fugro Helmert“ würde entlang der Küste Saudi Arabiens auch Riffbereiche von null bis 200 Meter erfassen.
Neue Herausforderungen für die Vermessungsarbeiten ergeben sich nach seinen Worten in der Barentssee sowie in der Arktis, deren Meeresböden zunehmend in den Fokus von Unternehmen gerieten. Die Einsatzbereitschaft der Schiffe und Besatzungen sei in diesen Regionen jedoch, anders etwa als im Roten Meer, wo rund um die Uhr gearbeitet werden könnte, extrem eingeschränkt. Die Auftragslage sei gut, merkte er an.
Es gibt aber andere Probleme: „Wir haben keine Vermesser“, beklagte Manfred Stender bei seinem Vortrag. Hydrographen, Vermessungstechniker, Geologen und Geografen würden gesucht. Nautiker hätten es am Markt allerdings schwer, in diese Lücken zu stoßen. Eine zusätzliche Qualifikation sei nötig.
Weitere Vorträge hielten Uwe Lampe (Fassmer) und Professor Dr. Axel Hahn (OFFIS-Institut für Informatik). Professor Dr. Manfred Weisensee von der Jade-Hochschule sowie Lena Kohlmorgen vom Maritimen Cluster hatten die Gäste begrüßt. Torsten Turla (German Hydrographic Consultancy Pool/MBT GmbH) moderierte.
