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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Michael Schulte: Funke springt auch beim Auto-Konzert über

03.06.2020
Frage: Herr Schulte, wie hat es sich angefühlt, kurz vor dem Start Ihrer Tour von Corona ausgebremst zu werden?
Schulte: Das war eine ganz schwierige Zeit. Wir hatten sehr viel Fleiß und Schweiß und Kraft in die Kreation der Show gesteckt und waren bereit loszufahren. Es war ziemlich tragisch, in den September zu verschieben. Zunächst dachten wir, dass wir immer noch die Sommerfestivals haben. Es ist schwer zu schlucken, dass in diesem Jahr möglicherweise alle normalen Konzerte wegfallen, da ist man dankbar für Alternativen.
Frage: Kann bei einem Auto-Konzert überhaupt der Funke überspringen?
Schulte: Auf jeden Fall. Vor meinem ersten Autokino-Konzert habe ich mich auch gefragt: Ist das komisch? Wird das Spaß machen? Auf dem Weg habe ich mir Probenmitschnitte für die Tour angehört und hätte heulen können, weil es einfach so traurig ist, dass wir diese ganzen Konzerte jetzt nicht wie geplant spielen können.
Aber es war so schön, auf einer Bühne zu stehen, und ich habe sogar ein bisschen Gänsehaut bekommen, weil ich es so genossen habe, endlich wieder auf einer Bühne live zu performen. Die Leute sitzen sehr gemütlich in ihren Autos, haben einen tollen Sound über das UKW-Radio und eine tolle Lichtkulisse. Ich gehe ja auch durch die Reihen und sehe durch die heruntergekurbelten Fenster, wie sie applaudieren oder jubeln.
Frage: Viele Familien erleben die Corona-Zeit als große Belastung. Wie ist das bei Ihnen?
Schulte: Ich kann mir vorstellen, dass es anstrengend ist, Kinder zu beschulen und Babys zu hüten, während man Home-Office macht. Wir haben die intensive Zeit zusammen sehr genossen und sind uns auch nicht auf die Nerven gegangen.
Frage: Die Kulturbranche ist mit am härtesten von der Krise durch das Corona-Virus betroffen. Wie sieht das in Ihrem Umfeld aus?
Schulte: Ganz viele aus der Musikbranche sind angewiesen auf Hilfen – ob jetzt Hartz IV oder Soforthilfen, die teilweise gezahlt werden und teilweise auch nicht. Insgesamt haben fast eine Million Menschen in dieser Branche ihren Job, und ich habe das Gefühl, das wird ein bisschen vergessen. Da kommt nicht genug vom Bund, vom Staat.
Man kann es nicht kleinreden nach dem Motto: „Die Musiker, die Kunst, das ist doch nicht so wichtig!“ Die Politiker sollten die Augen öffnen und möglichst schnell handeln, weil es da sonst zappenduster aussieht. Dann sind nächstes Jahr alle pleite, und Künstler haben keine Auftrittsmöglichkeiten mehr.
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