MIDDELSFäHR - Erika Hüls und Katharina Gette kümmern sich um die Jugendlichen in Middelsfähr. Auf dem Spielplatz gibt es jeden Tag kreative Angebote.
Von annette Kellin
Der Geräuschpegel hat es in sich. Zwei Jugendliche traktieren den Kicker, der Ball verfehlt das eigentliche Ziel und zum Glück um Haaresbreite auch den Kopf eines an der Seite stehenden Mädchens. Die Bässe der Musik wummern, quer durch die Hütte versucht jemand von der anderen Seite her eine Antwort auf eine Frage zu bekommen. „Ja, Nerven braucht man hier, gute Nerven. Aber die haben wir zum Glück, jede von uns hat nämlich fünf eigene Kinder“, erklärt Erika Hüls schmunzelnd.
Erika Hüls ist eine der beiden neuen Betreuerinnen auf dem Aktivspielplatz in Middelsfähr. Gemeinsam mit Katharina Gette stellt sie sich den Herausforderungen der Kinder und Jugendlichen. Täglich ist der Aktivspielplatz von 14 bis 18 Uhr geöffnet, in den Ferien sogar schon ab 12 Uhr. Hier gibt es jeden Tag kreative Angebote, es wird gemalt, gewerkelt, gekocht, gespielt und vieles mehr. Und natürlich steht auch der offene Bereich den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Hier können sie toben, sich ausprobieren und Ballspiele machen. An trüben Tagen findet natürlich sehr viel in den Hütten statt. Der Lärmpegel ist entsprechend.
Doch Katharina Gette und Erika Hüls haben sich in den vergangenen Tagen schon gut eingewöhnt. „die Jugendlichen sind sehr nett, das Arbeiten macht Spaß“, sagen sie. Beide Frauen kommen aus der Arbeitslosigkeit. Katharina Gette hat vor Jahren einmal eine technische Ausbildung absolviert. Jetzt war die 49-Jährige einige Monate im Kindergarten beschäftigt, bevor sie nun auf dem Aktivspielplatz arbeitet. Erika Hüls ist gelernte Näherin, die 48-Jährige hat ein paar Erfahrungen in Elternarbeit in der Schule. „Für mich ist das jetzt ein ganz neuer Anfang“, sagt sie erwartungsvoll. Beide Frauen sind so genannte „Ein-Euro-Kräfte“.
Elke Idel, Fachbereichsleiterin Innerer Service der Stadt Schortens, stellte die neuen Kräfte gemeinsam mit Tina Heliosch vom Jobcenter vor. „Wir freuen uns, dass wir auf diese Weise die Betreuung der jungen Leute sicher stellen können. Arbeitskräfte, die voll bezahlt werden müssten, könnte sich die Stadt nicht leisten“, so Elke Idel.
Die Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Aktivspielplatz Jörg Bauer, Heinz Folkerts und Jörg Broosch freuten sich ebenfalls, mit der Unterstützung der beiden neuen Betreuerinnen wieder ein attraktives Programm anbieten zu können. Dabei geht es natürlich auch darum, stets ein offenes Ohr für die jungen Leute zu haben. Aber auch damit kennen sich Katharina Gette und Erika Hüls ja bestens aus. Fünf eigene Kinder seien eine gute Schule für die Arbeit auf dem Platz, meinten die Frauen.
