Oldenburg - Zwei Autos, aber kein Führerschein: Für ihre Wahl zur Miss Germany und bei einer Vorwahl gewann Olga Hoffmann zwei Autos. Nutzen kann die 23-jährige Schönheitskönigin ihre Fahrzeuge aber nicht. Das soll sich bald ändern. Ab Donnerstag, 16. April, wird sie versuchen, in einem Schnell-Lehrgang in einer Oldenburger Fahrschule den ersehnten Fahrausweis zu erwerben.

„Auf diese Weise kann ich die Stadt auch besser kennenlernen. Mein erster Eindruck von Oldenburg ist vielversprechend“, erzählt die medizinische Fachangestellte aus Münster in Nordrhein-Westfalen bei einem Kurzbesuch in dieser Woche. Den Abstecher nach Oldenburg nutzte sie für einen Besuch bei der „Miss Germany Corporation“ und einen Spaziergang durch den Schlossgarten.

Seit Ende Februar darf sich Olga Hoffmann „Miss Germany“ nennen. Bei dem Wettbewerb im Europa-Park Rust bei Freiburg setzte sie sich gegen 23 Konkurrentinnen durch. Von Oldenburg wusste sie bis dahin nur, dass dort die „Miss Germany Corporation“ ihren Sitz hat. Künftig wird sie an der Hunte wohl häufiger anzutreffen sein. Das ist schon an diesem Freitag der Fall. Dann besucht sie eine Vorstellung im „Circus Roncalli“.

Wichtig ist für die 23-Jährige, dass sie möglichst bald ihren Führerschein macht. In diesem Jahr muss sie zu 180 Terminen in Deutschland. „Es ist ein tolles Gefühl als ,Miss Germany‘ durch die Lande zu reisen. Meine ersten Jobs, unter anderem ein Auftritt bei TV Total mit Stefan Raab, habe ich hinter mir. Natürlich wird man aus dem Alltag gerissen“, berichtet sie über ihre ersten Tage als „Miss“.

In ihrem Job in einer Arztpraxis macht sie nun ein Jahr lang Pause. Wobei sie sich vorstellen kann, danach wieder als medizinische Fachangestellte zu arbeiten. „Ebenso kann ich mir vorstellen, den Sprung ins Showgeschäft als Schauspielerin, Model oder Moderatorin zu schaffen. Das ist mein Traum. Zunächst einmal erwarte ich von dem Jahr als ,Miss Germany‘ viele neue Erfahrungen, nicht nur für den Job, sondern auch für mich als Person“, schildert sie ihre Erwartungen.

CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, der Ende Februar bei Miss-Wahl in der Jury gesessen hatte, bezeichnete die in der Ukraine geborene Olga Hofmann (sie kam 2001 mit ihren Eltern nach Deutschland) als ein Beispiel für eine gelungene Integration. „Dem kann ich nur zustimmen. Der Schulbesuch und die berufliche Ausbildung verliefen dank gezielter Unterstützung bestens. So konnte ich mich gut integrieren. Meiner Meinung nach wird in Deutschland sehr viel für die Integration getan“, erklärt die 23-Jährige.

Mit großer Sorge verfolgt Olga Hoffmann das Geschehen in der krisengeschüttelten Ukraine, wo noch viele ihrer Verwandten leben. „Es ist geplant, dass ich nach Kiew fliege und mich dort als ein Zeichen des Friedens mit dem Bürgermeister von Kiew, dem früheren Box-Weltmeister Vitali Klitschko treffe. Wir wollen damit zeigen, dass wir in Deutschland an die Menschen in der Ukraine denken und sie nicht vergessen.“