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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Go.old Seniorcompany Im Staatstheater: Mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss

10.05.2017

Oldenburg /Bonn „Ächzendes Verlassen des Taxis, Zögern bei der letzten Treppenstufe, Unauffindbarkeit des zweiten Mantelärmels, zu Hilfe eilende junge Damen. . . Altern ist schon eine Zumutung.“ Vicco von Bülow alias Loriot (1923–2011) konnte seinen letzten Lebensjahren wenig Schönes abgewinnen, nahm das unvermeidliche Übel aber mit Humor.

Doch das ist beileibe nicht die einzige Strategie. Den „Zumutungen“ tanzend zu begegnen, ist eine ebenso vielversprechende Möglichkeit, wie die Go.old Seniorcompany von Gudrun Wegener beweist. 16 Amateure zwischen 60 und 77 Jahren – vier Männer und zwölf Frauen – haben im Ruhestand das Tanztheater für sich entdeckt und begeistern ihre Zuschauer.

„Die Präsenz von älteren Menschen ist eine sehr spezielle. Das hat mich gereizt“, erläutert die Bonner Choreografin, Tanzpädagogin und Regisseurin Gudrun Wegener die Gründe, im Jahr 2011 ihre Seniorcompany zu gründen. Die Teilnehmer sind tatsächlich Laien, die kaum oder gar keine Bühnenerfahrung haben. Was offenbar niemanden stört, denn inzwischen hat die Compagnie ihre vierte Produktion abgeschlossen.

Zwei Auftritte in der Exerzierhalle

Die Go.old Seniorcompany Gudrun Wegener tritt am Freitag, 12. Mai, um 21 Uhr, und am Sonnabend, 13. Mai, 17 Uhr, in der Oldenburger Exerzierhalle auf. Restkarten sind an der Theater- und Abendkasse des Staatstheaters erhältlich.

Ein Trailer auf der Homepage der Company gibt einen ersten Eindruck vom Können der Darsteller:

    www.goold-tanztheater.de

Die Resonanz sei derart groß, sagt Gudrun Wegener, dass es Wartelisten für eine Aufnahme gebe. Großes Interesse zeigt auch das Publikum und nicht bloß die eigene Fangemeinde in Bonn: Die beiden Vorstellungen bei den Tanztagen in Oldenburg waren schon am ersten Tag des Vorverkaufs ausgebucht.

Um Tanztechnik geht es der Choreografin dabei nicht: „Das können Jüngere besser“, sagt die 63-Jährige. Was sie mit ihren Darstellern erarbeitet, ist Tanztheater. Grundlage sind Bewegungen, die ihr die Ensemblemitglieder in den Improvisationen anbieten. „Und daraus mache ich dann etwas.“ Trainiert werden etwa „gemeinsames Timing und Bühnenpräsenz“, für jede Produktion zwölf Monate lang. Es komme darauf an, verrät die Choreografin, die körperlichen Voraussetzungen ihrer Teilnehmer geschickt einzusetzen.

Das Alter und seine begleitenden Einschränkungen sind bei den Proben aber kein Thema, weil alle ganz selbstverständlich damit umgehen. Das Stück „Zumutungen“, mit der die Seniorcompany in Oldenburg gastiert, befasst sich auch nicht nur mit Zumutungen des Alters, sondern mit unterschiedlichsten Fragen und Frechheiten des Lebens.

Zum Publikum der Go.old Seniorcompany gehören naturgemäß ältere Menschen, aber auch viele jüngere, „die sich wundern und angetan sind von der Präsenz der Darsteller“. Sie finde es schön, sagt Gudrun Wegener, „dass wir ein anderes Bild älterer Menschen zeigen“.

75 Minuten dauert das Stück und verlangt den Darstellern einiges ab, da alle die ganze Zeit auf der Bühne präsent sind. Eine von Gudrun Wegeners Vorbildern ist die Tanzlegende Pina Bausch (1940–2009), die ihr Stück „Kontakthof“ ebenfalls mit „Damen und Herren ab 65“ inszeniert hatte. Mittlerweile sei einer von Pina Bauschs ehemaligen Darstellern aus dem Ruhrgebiet bei ihr gelandet, erzählt die Choreografin.

Warum sollte er auch aufhören? Das Alter ist noch lange kein Grund.

Alles Aktuelle für Senioren im Nordwesten lesen Sie in unserem Senioren-Spezial.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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