Nordenham - The Mental Blank bedeutet übersetzt in etwa „die mentale Leere“. Wer die Mitglieder der Nordenhamer Nachwuchsband trifft, wird sich verwundert die Augen reiben, weil der Name, den sie sich gegeben hat, nicht einmal annähernd zutrifft. Im Gegenteil: Sängerin Emily Hartinger sprudelt nur so vor Ideen. Und auch das Instrumental-Quartett, das hinter der quirligen jungen Frau steht, ist kreativ und hochambitioniert.
The Mental Blank gibt es seit ziemlich genau drei Jahren. Schlagzeuger Elias Pitschmann, mit 16 Jahren der Jüngste im Bunde, und Gitarrist Rico von Hollen sind von Anfang an dabei. „Wir haben einfach ein paar Wörter zusammengesetzt, um zu sehen, was sich gut anhört“, erinnert sich der Drummer an den Prozess der Namensfindung. Mit anderen Worten: Eine tiefere Bedeutung steckt nicht dahinter. Und das ist auch gut so. Denn mit mentaler Leere lässt sich kaum ein Publikum vom Hocker reißen.
The Mental Blank versuchen’s stattdessen mit ehrlicher, handgemachter Rockmusik. Und das funktioniert. Auch dank der neuen Bandmitglieder: Gitarrist Daniel Heiß ist seit März dabei. Bassist Dustin Springer stieß im Juni zur Band. Wie bei vielen Nachwuchsgruppen ist die Fluktuation in den Anfangsjahren noch recht groß. Das hat ganz unterschiedliche Gründe. Aber die jetzige Formation soll langfristig Bestand haben. „Wir wollen möglichst lange so zusammenbleiben“, sagt Emily Hartinger.
Musical-Erfahrung
Die 19-Jährige ist in Bayern aufgewachsen. Aus ihrer Heimat hat sie das rollende R mitgebracht. Und jede Menge Erfahrung. Schon als Kind hat sie bei Musicals am Theater in Hof mitgesungen. Sie war Mitglied in einem Chor. Jetzt ist sie Frontfrau in einer Rockband. Und Songwriterin. Die 19-Jährige hat eine ganze Reihe von Texten geschrieben. Aus zwei dieser Texte hat die Band ihre ersten eigenen Stücke gestrickt. Es sollen noch mehr werden.
Ansonsten bedient sich das Quintett aus dem großen Fundus bekannter Rocksongs. Das reicht von „Highway To Hell“ von AC/DC bis zu „I Love Rock’n’Roll“ von Joan Jett. Viele Songs sind rausgekommen, da waren die Bandmitglieder noch nicht einmal auf der Welt. Aber Berührungsängste mit den Achtzigern hat keiner von ihnen. Emily Hartinger kann mit den aktuellen Charts in der Regel nicht allzu viel anfangen. Daniel Heiß sagt: „Diese Musik mit den immer gleichen drei Akkorden ist nicht mein Ding.“ Gleichwohl finden sich auch moderne Stücke im Repertoire der Band wieder. „Aus manchen Stücken kann man schon was machen“, sagt Emily Hartinger. So gibt es bei The Mental Blank beispielsweise auch eine rockige Version von Deichkinds „Remmidemmi“.
Silvester nächster Gig
Auf bloßes Nachspielen haben die fünf keine Lust. Sie machen ihr eigenes Ding aus den Originalen. Und das kommt an. Rund 20 Auftritte hat The Mental Blank in den ersten drei Jahren bereits absolviert. Und es sollen noch viel, viel mehr werden. Der nächste Gig ist am 31. Dezember bei der Silvesterparty im Center Parcs in Tossens.
