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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musik: Mit einem Töfftöff für etwas Witz sorgen

30.07.2012

SALZBURG Mit einer Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ haben offiziell die Salzburger Festspiele eröffnet. Doch die Interpretation von Nikolaus Harnoncourt und Regisseur Jens-Daniel Herzog wurde vom Publikum wenig begeistert aufgenommen.

Eigentlich hatte sich Harnoncourt bereits aus Salzburg weitgehend zurückgezogen, doch Intendant Alexander Pereira konnte ihn noch einmal dazu überreden, eine Opern-Neuinszenierung zu übernehmen – diesmal allerdings nicht mit den Wiener Philharmonikern, sondern mit dem von Harnoncourt gegründeten Alte-Musik-Ensemble Concentus Musicus Wien, das der strenge Maestro mit Zeigefingerattacken und seinen berüchtigten Handkantenschlägen zu gewohnter Präzision drängte.

Die Ouvertüre kam schmissig, mit scharf akzentuiertem Blech und derben Paukenschlägen. Doch dann trat Harnoncourt auf die Bremse. Seine Tempi gerieten so breit, dass die Musik in ihrer Schönheit zu erstarren schien. Gewisse Längen waren nicht zu leugnen, was auch an Herzogs Regie lag. Der neue Intendant der Oper Dortmund hatte Mozarts letzte Oper, die irgendwo zwischen Kindermärchen und Aufklärungsdrama angesiedelt ist, Eins zu Eins vom Textbuch auf die Bretter gestellt und kaum einen Versuch unternommen, dem von dem Wiener Theaterimpresario Emanuel Schikaneder ersonnenen, etwas kruden Libretto tiefer gehende Bedeutungsebenen abzutrotzen.

Seinerzeit wurde die „Zauberflöte“ mal als Apotheose der Aufklärung, mal als deren Verdammung interpretiert. Wer in Herzogs Inszenierung unbedingt aktuelle Bezüge sehen will, kann das Emblem mit dem Buchstaben „S“ auf den weißen Laborkitteln der Sektenmitglieder mit „Scientology“ übersetzen.

Darüber hinaus konnte sich das Premierenpublikum an allerlei witzigen Einfällen erfreuen, wie dem dreirädrigen Töfftöff, mit dem der Singvogel-Delikatessenhändler Papageno die Bühne enterte. Bühnenbildner Mathis Neidhardt hatte für das Spektakel eine Kopie der steinernen Arkaden der Felsenreitschule und eine Flucht von Separees mit 20 Türen bauen lassen. Das wirkte alles sehr aufwendig und edel, wie die ganze Inszenierung, aber auch merkwürdig kraftlos und steif. Der Schlussapplaus war lau und kurz.

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