Oldenburg - Piratentuch, Sonnenbrille, ausgefranste Lederjacke und immer einen lässigen Spruch auf den Lippen – schon ein cooler Typ, dieser Hollywood-Regisseur. Wenn er etwas erklärt, kleben die Schüler an seinen Lippen oder an seinen Händen, denn Christopher Coppola gestikuliert viel. Im Schlossgarten gibt der 50-Jährige noch ein paar Anweisungen, reckt dann beide Daumen in die Höhe. „Let’s go“, ruft er, was in diesem Moment soviel bedeutet wie Film ab.

„Ich möchte junge Leute begeistern und ihre Kreativität fördern“, sagt Coppola. Im Vorfeld des Oldenburger Filmfestes (12. bis 16. September) arbeitet der Regisseur eine Woche lang mit 35 Mädchen und Jungen der Freien Waldorfschule zusammen. In Dreiergruppen ziehen die Jugendlichen los, suchen Motive und fangen sie mit ihren kleinen Digitalkameras ein. In den kommenden Tagen wird das Material von verschiedenen Drehorten gesichtet und im Studio geschnitten. Präsentiert werden die zweiminütigen Streifen dann am Filmfest-Sonnabend ab 19 Uhr in der Alten Fleiwa. Blitzlichtgewitter, Preisverleihung und roter Teppich inklusive.

„Das ist schon eine spannende Sache“, meint Johann aus der Klasse 7b. Gemeinsam mit seinem Co-Produzenten Bendix (zwölf Jahre) sucht der 13-Jährige gerade nach dem richtigen Motiv am Schlossteich. Coppola hat „Schönheit“ als Thema vorgegeben. „Wählt interessante Perspektiven“, rät er. Das digitale Mitmach-Festival „Project Accessible Hollywood (PAH)“ hat er im Jahr 2006 ins Leben gerufen. „Mir ist wichtig, in der virtuellen Welt nicht oberflächlich zu kommunizieren, sondern bedeutungsvoll“, erzählt er. „Die Kinder und Jugendlichen sind neugierig, machen sich ihre Gedanken, wenn sie die Aufgaben umsetzen“, bemerkt der Starregisseur aus der Coppola-Familie. Der Bruder von Schauspieler Nicolas Cage will die Schüler zum genauen Beobachten und Nachdenken anregen.

An dem transkontinentalen Wettbewerb nehmen nicht nur die Oldenburger Waldorfschüler teil, sondern zeitgleich auch Altersgenossen in Los Angeles. „Die Schüler sollen in Kontakt treten und sich austauschen“, beabsichtigt Coppola. Jeweils fünf Filme werden an beiden Orten produziert, die am Sonnabend von 00.15 bis 17 Uhr im Internet unter www.pahnationfest.org zur öffentlichen Abstimmung stehen. Die Gewinner erhalten dann ihren „Oscar“ auf dem Roten Teppich.

Wie es sich im Glanz des Scheinwerferlichtes anfühlt, können die Schüler schon am Mittwoch erleben. Coppola hat Projektteilnehmer und deren Eltern eingeladen. „Wir gehen dann gemeinsam über den Roten Teppich zur Premiere des Filmfestes“.

Infos zum Festival und Vorverkauf unter