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Lesung Mit Humor das Publikum erobert

Christian Schöckel

Nordenham - Irgendwie sieht Klaus-Peter Wolf schon wie ein Krimiautor aus: Jeans und Flatterhemd, Bart, grau meliertes, etwas längeres Haar, Ansatz zur Halbglatze und Brille. Der kleine geflochtene Zopf rechts allerdings passt nicht wirklich. Seine Redseligkeit, sein verschmitzter Humor und sein Dreh zu frappierenden Anekdoten schon gar nicht. Und die breiten roten Hosenträger? Sie sind vermutlich ein Wink an seine Frau Bettina Göschl, selbst Autorin für Kinderbücher und Kinderliedermacherin.

Sie hatte ihren Mann, den Bestsellerautor der Ostfrieslandkrimis, Klaus-Peter Wolf, am Freitagabend zur Premiere-Lesung aus dem neunten, gerade einmal zwei Tage alten Band „Ostfriesenwut“ um Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen in die Nordenhamer Jahnhalle begleitet. Das Kulturzentrum war bis auf den letzten Platz ausverkauft, geradezu so, als sei dies eine geplante Demonstration gegen das tagtägliche Fernseheinerlei.

Die Nordenhamer Buchhändlerin Anne von Bestenbostel hatte Klaus-Peter Wolf eingeladen, und sie bewies damit ein goldenes Händchen. Der Autor, der mit seinem Vorgängerband „Ostfriesenfeuer“ wochenlang in der Taschenbuch-Bestsellerliste von Spiegel online ganz oben stand, von dem bislang schon mehr als 60 Drehbücher unter anderem für „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ verfilmt wurden, der zahlreiche Preise erhalten hat und dessen Bücher in 24 Sprachen übersetzt wurden, fesselte mit seiner Lebendigkeit und seiner sympathischen Art seine Zuhörer vom ersten Augenblick an.

Gekämpft und gearbeitet

„Seid ihr Beiden eigentlich immer so gut drauf?“ wollte am Ende eines überaus unterhaltsamen Abends ein Zuschauer wissen. „Warum sollten wir traurig sein?“, kam spontan zurück. „Für das, was ich heute bin, habe ich ein Schriftstellerleben lang gekämpft und gearbeitet. Ich bin durch tausend Niederlagen gegangen. Meine Verlage gingen pleite, meine Bücher wurden verramscht, und ich wusste oft nicht, wie ich die Miete bezahlen sollte. Nicht Kritiker, sondern meine Leser haben mich zum Bestsellerautor gemacht. Jeder Tag ist eine Freude. Und wenn ich morgens wach werde, frage ich mich: Ist das eigentlich wirklich alles wahr?“

Klaus-Peter Wolf ist für seine Lesungen ganz viel unterwegs. 271 Nächte verbrachte er allein im vergangenen Jahr in Hotels. Der Autor hat immer ein volles Haus. Überall hängen die Zuhörer wie gefesselt an seinen Lippen. Es ist seine lockere Art zu schreiben, sein Hang zum Plaudern und sein Talent zum Vorlesen. Dabei lebt er seine Romane. „Wenn ich schreibe,“ erzählt Klaus-Peter Wolf, „werde ich selbst zu dieser Figur, dann ändert sich für Stunden sogar mein Geschmack. Dann esse ich ganz andere Dinge als sonst, rieche anders, fühle anders.“

Wolf ist gebürtiger Gelsenkirchener, seine Frau Bambergerin. Nach vielen gemeinsamen Jahren im Ruhrgebiet zog es sie nach Norden „untern Deich“. In ihrer Wahlheimat fühlen sich beide jetzt pudelwohl.

Freude und Nachbarn

Gleichwohl kommt Wolfs Kommissarin Ann Katrin Klaasen aus dem Ruhrgebiet, auch sie zog ins Ostfriesische – und wohnt im gleichen Viertel wie ihr „Erfinder“. In Wolfs Geschichten spiegeln sich Freunde, Nachbarn, Bekannte. Sie haben Hautprobleme, machen Diät, sind eifersüchtig, ungerecht, scheitern, stehen wieder auf und machen weiter. Die Menschen, die im Umfeld des Autors leben, finden sich in seinen Romanen als Personen wieder. Sogar ihre Namen sind gedoubelt.

Das macht die Ostfrieslandkrimis so authentisch. In seinem neuesten Krimi „Ostfriesenwut“ wird am Rande übrigens auch Nordenham zum Schauplatz des Geschehens: In der Hafenstraße, streng abgeschirmt, arbeitete einst die „Abteilung Naumann für verdeckte Aktionen und Schutzprogramme“ des Landeskriminalamts…

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