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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Premiere: Mit Marie Curie telefonieren

15.10.2012

Oldenburg Ein Stück über Radioaktivität und Kernspaltung, Atommüll und Endlager, Geigerzähler und Quantenphysik weckt nicht eben Hoffnungen auf einen vergnüglichen Abend. Was aber, wenn sich Spiderman, Donald Duck und Hellboy dazugesellen?

Nicht zu vergessen Comic Boy von den Simpsons, Orson Welles, Marie Curie und Barbarossa? Verwirrt? Nicht doch, es ist ja auch kein Stück, sondern eine „Radioaktive Roadshow“, die jetzt ihre Oldenburger Premiere in der Exerzierhalle des Staatstheaters erlebte.

Zu „Fall Out Girl“ von der Theatergruppe Mass und Fieber Ost und der Theaterscheune Teutleben, im Frühjahr in Jena uraufgeführt und mit dem Thüringer Theaterpreis 2012 ausgezeichnet, fallen einem eine Menge Adjektive ein: schrill, schräg, spritzig, witzig und vor allem gesellschaftskritisch.

Mit Orson Welles

Einer von vielen Kooperationspartnern ist das Staatstheater, so dass sich viele bekannte Gesichter aus dem Ensemble wiederfinden, wenn auch nur im Video, dem eine eigene „Rolle“ zufällt. So telefoniert Fall Out Girl (Antonia Labs) auf der Bühne mit der Physikerin Marie Curie (kurz und köstlich: Eva Marie Pichler) im Video oder zieht den Filmemacher Orson Welles (verschwommen, aber verblüffend ähnlich: Jonas Zipf) zu Rate.

Niemand würde in dieser verstörenden. anderthalbstündigen Mischung aus Musik (von Schumann bis Hendrix), Video und Text (Brigitte Helbling) ein Schauspiel erkennen wollen. Weshalb das Mädchen wie der radioaktive Niederschlag nach einer Atomkatastrophe heißt, ist denn auch keine Frage, die beantwortet werden muss.

Es behauptet nämlich, die Frau von Peter Parker alias Spiderman zu sein: Mary Jane Watson, die 1966 erstmals in der Comic-Serie auftauchte. Und da Spiderman verschwunden ist, macht sie sich mit dem verkrachten Comic-Händler Bartleby (Johannes Geißer) auf die Suche.

Aber geradeaus lässt sich das nicht erzählen. Regisseur Niklaus Helbling erweckt den Eindruck, als habe sich die Atomkatastrophe schon ereignet: Es leuchtet giftig bunt, die minimale Handlung springt von einem improvisierten Schauplatz zum nächsten, und die beiden Darsteller, die sich hinter einem mehrfach einsetzbaren Papp-Paravent umziehen, lassen es ordentlich krachen – mit E-Gitarre, Stimme – die von Antonia Labs hat mindestens Musical-Qualität – und Verstärker.

Atomares ABC

Regie, eingängige Songs und die körperbetonte Spielfreude der beiden Darsteller sorgen dafür, dass „Fall Out Girl“ nicht als verquere Lehrstunde in Erinnerung bleibt. Wer dennoch den roten Faden vermisst, dem sei das „atomare ABC“ im Programmheft empfohlen, das die eine oder andere Nebelbank lichtet. Von A wie Atom bis Z wie Zukunft: „Geht uns alle an“. Eben drum.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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