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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ausstellung: Mit Schablonen für Frieden kämpfen

06.02.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-21T11:28:16Z 280 158

Ausstellung:
Mit Schablonen für Frieden kämpfen

Oldenburg Das Wort „Kamelogana“ setzt sich aus der Bezeichnung des Wüstentiers „Kamel“ und dem Begriff für eine Luftspiegelung „Fata Morgana“ zusammen, wobei der Buchstabe „r“ entfernt wird. Dieser Begriff steht für die Hoffnung auf „ewigen Frieden“, das Kamel gibt dabei die Weltzonen an, in denen für den 1961 geborenen Künstler die meisten Kriege ausgebrochen sind.

Zugleich dient ihm das Bild des Kamels als eine Art Signatur. Es taucht silhouettenartig in jedem Bild auf, ebenso wie eine Blume, die – wie in der einstigen „Flower-Power-Bewegung“ – als Symbol für die Hoffnung auf Frieden gesehen werden kann.

Aktion mit Luftballon

Fuhrken nimmt mit seinem „Kamelogana“-Projekt nicht nur Stellung, er nimmt aktiv an zahlreichen Veranstaltungen der Friedensbewegung in der ganzen Welt teil. Sie werden auf seiner Website aufgeführt und teilweise dokumentiert wie eine Luftballon-Aktion auf dem Platz der Republik in Berlin, zu der selbst die Bundestagsverwaltung ihr Einverständnis gab, während im Bundestag über den Einsatz der Bundeswehr im Ausland debattiert wurde.

In der NWZ -Galerie zeigt Fuhrken eine Auswahl seiner Arbeiten für das „Kamelogana“-Projekt, das ständig erweitert wird. Der Künstler erarbeitet seine Bilder mit Hilfe von Schablonen, wie sie auch für „streetart“ benutzt werden. Tatsächlich sind Schablonen die ältesten Hilfsmittel der Kunst. Sie wurden schon in der Steinzeit benutzt. Angeregt wurde Fuhrken unter anderem von Sickboy, einem britischen Künstler, der die „streetart“ in London wesentlich bestimmt hat, aber auch Bilder in Galerien ausstellt.

Mit den Motiven seiner Bilder, die auf Holz oder Karton schabloniert wurden, richtet der Künstler den Blick auf eine weltweite Szene von Kunst und antibürgerlicher Haltung, die ihre Wurzeln in der 68er- und in der Flower-Power-Generation hatte und auch 40 Jahre später noch untereinander Verbindung hält.

Die Inhalte der Bilder von Fuhrken sind bekannte und unbekannte Menschen, die für den Künstler Bedeutung haben oder wenigstens als Symbol für die Anti-Kriegs-Bewegung stehen können. Unter anderem greift er ein Thema auf, das auf der letzten „documenta“ in Kassel behandelt worden war: Schwarz gekleidete Vietnamesinnen, die Waffen in der Hand halten.

Unkonventionell

Daneben hängen plakathafte Bildnisse von Sängerinnen und Sängern, von denen der Künstler sich angeregt fühlt, wie Eartha Kitt (1927–2008), die Baumwollpflücker-Tochter, die als Sängerin berühmt wurde, oder Tuli Kupferberg (1923–2010), der die Rockband „The Fugs“ mitbegründete.

Nicht zuletzt erinnert Christoph Fuhrken an Hadayatullah Hübsch (1946– 2011), der diese antiautoritäre und unkonventionelle Bewegung als Journalist mittrug, 1969 zum Islam konvertierte und als Imam an der „Nuur“-Moschee in Frankfurt am Main tätig war.

Die Ausstellung ist bis Ende Februar in der Oldenburger NWZ -Galerie an der Peterstraße 28 zu sehen.

Übrigens: 25 Prozent des Verkaufserlös gehen an die Kinderhilfsorganisation „Future Kids“, die sich für hilfsbedürftige Kinder in der irakischen Stadt Basra einsetzt.