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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Mit Schirm, Charme und Kunst

06.07.2010

OLDENBURG Dass Regenschirme und Wassertropfen einem nicht unbedingt die Laune verhageln müssen, hat 1952 schon Gene Kelly bewiesen, indem er tanzenderweise seiner Schirm herumwirbelte und „I’m Singin’ In The Rain“ schmetterte. Ob er dem amerikanischen Klang- und Medienkünstler Paul DeMarinis als Vorbild gedient hat, ist wohl eher unwahrscheinlich, doch der spielerische Umgang mit Regen könnte ihn für seine Klanginstallation „Rain Dance“ inspiriert haben.

Mit der interaktiven Installation auf dem Oldenburger Julius-Mosen-Platz, die vom 25. Juli an einen kleinen Vorgeschmack auf eine große Ausstellung des Amerikaners im September geben soll, sucht das Edith-Ruß-Haus erstmals wieder seine Besucher im öffentlichen Raum. Dazu wird ein 60 Zentimeter hoher und 14 Meter langer Catwalk und darüber eine Schiene mit mehreren Spritzdüsen auf dem Platz installiert. Denn DeMarinis, 1948 in Ohio/Cleveland geboren, setzt bei seiner Installation Wasser ein, um damit eine Vielzahl von Klängen zu erzeugen.

Sprühstrahlen aus kleinen Wassertröpfchen werden durch die elektronischen Spritzdüsen moduliert und transportieren Klangvibrationen. Diese sind unhörbar – solange der Betrachter/Hörer nicht den Wasserstrahl mit einem großen Regenschirm unterbricht. Dadurch wird der Klang entschlüsselt und von der Oberfläche des Schirms wiedergegeben, so dass der Regenschirm als Verstärker wirkt und wie ein Lautsprecher funktioniert. Klingt kompliziert, hat aber einen simplen Effekt: Auf diese Weise habe jeder seinen „privaten Hörraum“, erläutert Dr. Ingmar Lähnemann, neuer wissenschaftlicher Assistent des Edith-Ruß-Hauses, der vor allem die sinnliche Ausstrahlung der Installation schätzt.

Und weil ohne Regenschirm kein Kunstgenuss zu erwarten ist, stehen 200 Stück – mit Hilfe eines Sponsors angeschafft – zur Verfügung. „Wir rechnen natürlich mit einem gewissen Schwund“, räumt Lähnemann ein. Für den 35-jährigen gebürtigen Hildesheimer, der zuletzt in der Bremer Kunsthalle tätig war, ist DeMarinis’ Installation zugleich eine attraktive Werbung für die kommende Ausstellung, deren Vorbereitung allerdings recht aufwendig ist.

Derzeit sei er mit den verschiedensten städtischen Ämtern im Gespräch, berichtet er, quasi „jeden Tag eine Ortsbegehung mit jemand anders“. Doch die Vorteile eines interaktiven Kunstwerkes, das nicht im Haus für Medienkunst an der Katharinenstraße, sondern im öffentlichen Raum steht, entschädigen für die Mühe: „Man erreicht ganz andere Menschen.“

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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