Schortens - Sie sorgt immer wieder für große italienische Momente im Schortenser Bürgerhaus: Etta Scollo. Mit ihrer wunderbaren Stimme und ihrem ausdrucksstarkem Gesang hat sie sich hier längst eine große Fangemeinde ersungen, seit sie vor Jahren den Schortensern die Sizilianische Volkssängerin Rosa Balistreri nahebrachte und dafür begeistert gefeiert wurde.
Sehnsuchtsort Sizilien
„Süditalien – Heimat und Sehnsuchtsort“ so der Titel ihres Konzerts, ist ganz sicher auch tief in die deutsche Seele eingebrannt und kaum jemand kann so schön darüber singen wie Etta Scollo. Dabei ist es nicht das Italien des deutschen Schlagers, sondern sie hat natürlich wunderschöne Lieder aus ihrer Heimat dabei. Auch wenn man die Sprache nicht versteht, vermittelt ihre Musik ganz unmittelbar die Botschaft.
Vom leichten, fröhlich dahingesungenen Lied über die schwermütig klagende Ballade bis hin zu lauten, geradezu herausgeschrienen Klängen voller Verzweiflung hat sie ein unglaublich breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten. So ging das Publikum auch erst bei der Zugabe, einer Tarantella, so richtig mit. Vorher war die Stimmung eher mit gebannter Stille zu beschreiben.
Geniale Ergänzung zum Gesang lieferte Peter Lohmeyer mit mehr oder weniger ernsten Geschichten zwischen den Liedern. Mit Schalk im Nacken las er die Geschichte vom Huhn, das den Hühnerhof verließ, um sich der Mafia anzuschließen.
Ängstliche Hühner
Nachdem ihm alle Mafiosi draußen erklärt hatten, „die Mafia gibt es eigentlich gar nicht“, kehrte es mit dieser Botschaft zurück auf den Hühnerhof. Und von Stund‘ an hatten alle Hühner Angst vor ihm.
Auch die Geschichte des Regisseurs Pasolini zeigt italienische Gelassenheit. Während er sich mit ihm unterhielt, versuchte ein Mann, Pasolini die Brieftasche zu stehlen. Pasolini bemerkte es und machte ihn darauf aufmerksam. Das Gespräch jedoch ging unbeeindruckt weiter.
