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Reise Mit Stock und Hut zur Zugspitze

Sophie Schwarz

Friesoythe - Mit Stock, Hut und Emaille-Reisetasse steht Udo Werner in seinem Garten in Friesoythe. „Das waren wichtige Utensilien auf meiner Reise“, sagt der 66-Jährige. Am Mittwoch war er von seiner siebenwöchigen Wandertour von Friesoythe zur Zugspitze zurückgekehrt. „Nun muss erstmal wieder klar Schiff gemacht werden“, sagt er.

Zu Fuß war von der Eisenstadt aus am 17. Juni Richtung Süden gezogen. Im Gepäck nur ein paar Gebrauchsgegenstände: Zelt, Schlafsack, eine Luftmatratze, zwei Wäscheklammern, Nylonseile, ein Gaskocher, ein Notfall- und Hygieneset, eine alte Emailletasse, seinen Wanderstab und das, was er am Leib trug. „Mehr brauchte ich auf den rund 750 Kilometern nicht“, sagt Werner fröhlich am Freitagnachmittag.

Der Kindheit auf der Spur

Die Idee zu der Reise sei ihm schon vor längerer Zeit gekommen. „Ich war mit meinem Vater 1960 am Gipfelkreuz. Mein Ziel war es, dort noch einmal hinzureisen.“ Als Kind eher unsportlich, wie der gelernte Frisörmeister von sich selbst sagt, sei er in den vergangenen Jahren viel mit dem Rad unterwegs gewesen. „Körperlich vorbereitet habe ich mich auf die Reise aber nicht. Ich habe meiner Tochter und meinem Sohn Bescheid gegeben, dass ich dann mal zur Zugspitze wandere und bin los“, sagt der Friesoyther.

Von der Eisenstadt ging es nach Dinklage, Bielefeld, über Paderborn, später nach Windelsbach, ein kurzer Abstecher ins Kloster von Andechs in Bayern und schließlich nach Hirschbach, Ammersee und zur Zugspitze. „An manchen Tagen bin ich bis zu 40 Kilometer gelaufen, an anderen wieder viel weniger“, so der Wanderer. Eingeplant hatte er für seine Reise zwei Monate. „Ich habe viele interessante Menschen und schöne Orte gefunden, so dass ich mir oft die Zeit nahm und mehrere Tage in einem Ort verbracht habe“. Übernacht hat er dabei auf Campingplätzen, Sportplätzen, in Hotels und Jugendherbergen.

Heimweh nicht in Sicht

Von Heimweh sei keine Spur gewesen. Ganz im Gegenteil: „Mich treibt immer das Fernweh“, sagt der 66-Jährige. Häufig wurde er freundlich empfangen. Auf Schützenfesten, auf Zeltplätzen und Wanderwegen habe er viele Menschen kennengelernt. „Vielen ist Friesoythe ein Begriff. In Lichtenau traf ich eine ältere Frau, die in der Nähe von Vechta geboren wurde.“ Da sei ein kleiner Schnack auf Platt natürlich unumgänglich gewesen, meint Werner schmunzelnd. Als er sein Ziel erreicht und die Zugspitze nach sieben Wochen Fußmarsch erreicht hatte, sei es ein erhabenes Gefühl gewesen, dort oben zu stehen. Die Reise sei eine tolle Erfahrung gewesen. „Ich habe nichts Negatives erlebt. Auch körperlich bin ich überrascht, wie gut alles lief. Nur eine Blase hatte ich während der siebenwöchigen Reise“, erzählt Werner.

Zurück in die Heimat ging es trotzdem mit dem Zug. „Und seit Mittwoch bin ich wieder hier“, sagt Werner. Die erste Nacht zu Hause im eigenen Bett hätte er geschlafen wie ein Stein. „In der zweiten Nacht habe ich meine Isomatte allerdings wieder ausgepackt und darauf geschlafen.“ Das sei einfach gemütlich gewesen, sagt der 66-Jährige.

Das nächste Abenteuer

Bei seiner nächsten Reise braucht er den Wanderstock wohl eher nicht: Dann geht es für drei Wochen mit dem Segelschiff „Alexander von Humbolt“ von Mallorca, Casablanca nach Gran Canaria. Seine Erlebnisse wird er auch wieder festgehalten unter: www.udoswelt.tumblr.com

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