Oldenburg - Bei Benefizkonzerten zugunsten eines Hospizes erklingen getragene, bedächtige Melodien – wer mit solchen Erwartungen am Dienstagabend ins Große Haus des Staatstheaters kam, wurde enttäuscht.

Oder im positiven Sinn überrascht und erfreut. Denn das Luftwaffenmusikkorps aus Münster spielte so schwungvoll, rhythmisch und mitreißend, dass am Ende die Besucher mitklatschten.

Der mittlerweile fünfte Abend in der Reihe der Konzerte zugunsten des Hospizes St. Peter kam bestens an. Christoph Neumann-Silkow, Vorsitzender des Fördervereins, brachte es auf den Punkt: „Wir sind von den Vorbereitungen und dem Ablauf rundum zufrieden.“

Zufrieden kann auch das Hospiz sein; in doppelter Hinsicht: Der Abend brachte nicht nur einen Reinerlös von mehr als 7000 Euro. Der frühere Verteidigungsstaatssekretär, Landschaftspräsident Thomas Kossendey, bezeichnete als Schirmherr das Konzert auch als „Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hospiz“. Der herzliche Händedruck, mit dem eine Beschäftigte Kossendey in der Konzertpause dankte, zeigte, wie wertvoll diese wertschätzenden Worte sind.

Darin eingeschlossen fühlen durften sich auch die Damen um Uta Pille, die an einem Stand im Foyer selbst gefertigte Strick- und andere Waren zugunsten des Hospizes verkauften. (Infos und Bestellungen unter der Telefonnummer 676 77).

Dabei hatte es am Nachmittag nicht gut ausgesehen. Wie Dirigent Christian Weiper erklärte, haben Noro-Viren „die halbe Kaserne lahmgelegt“. Der Auftritt, der zwischenzeitlich auf der Kippe stand, wurde dank eines kurzfristig verpflichteten Musikers und einer kleinen Programmänderung doch noch möglich.

Das 60-köpfige Ensemble brillierte mit einem Streifzug durch die Welt der Musik für Blasorchester. Schmissige Märsche finden sich darin ebenso wie ein Arrangement zu Gioacchino Rossinis Ouvertüre zur Oper „Die Italienerin in Algier“ und ein Medley mit Songs der Pop-Gruppe Abba. Die Besucher waren begeistert – mit der Ankündigung des Termins für das Konzert im nächsten Jahr (7. März 2017) geht der Förderverein kein Risiko ein.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)