Barßel/Ocholt/Saterland - Im Lokschuppen der Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland (MABS) in Ocholt wird geschliffen, geschraubt und gebohrt. Das ganze Jahr über herrscht dort Hochbetrieb, um die Züge und Schienenbusse, die schon einige Jahre auf dem Buckel haben, auf Vordermann zu bringen. Nun, zur Winterzeit, wird ein wenig Ruhe einkehren und der Schrauber zur Seite gelegt. Außerdem neigt sich die Saison dem Ende entgegen.
„Unsere rund 40 ehrenamtlichen Helfer, die nicht nur aus aktiven und ehemalige Eisenbahner bestehen, legen eine Pause ein. Sobald im kommenden Jahr die Sonne wieder höher steht, werden die Instandsetzungsarbeiten wieder in Angriff genommen“, sagt Vorsitzende Sabine Trumpf. „Es gibt immer etwas zu tun und ohne ehrenamtliche Helfer käme die Museumseisenbahn zum erliegen. Das Ganze wäre dann nicht mehr zu bezahlen“, meint Kassenwart Hermann-Josef Herzog. „Im vergangenen Jahr wurde der Steuerwagen des dreiteiligen Schienenbusses von 1959 vollständig überholt“, sagt Heinz Niebuhr, der jahrzehntelang für die Bahn in einer Werkstatt gearbeitet hat. Denn die Museumseisenbahn ist kein Transportmittel, um von A nach B zu kommen, sondern wird gerne für Ausflüge gebucht, darunter von Gruppen und Vereinen oder auch für Familienfeiern.
Thementouren werden ebenfalls angeboten, von Kohlfahrten über Moorexkursionen bis hin zur kombinierten Bahn- und Flussfahrt. Selbst der Nikolaus fährt mit. So wird er an diesem Sonnabend wieder in den Zug steigen und die Kinder erfreuen. Handwerkliche Arbeiten stehen immer mal wieder an, denn die Züge sind nicht mehr die Jüngsten. Aber gerade das macht ihren Charme aus, finden die Mitglieder.
Neben dem Schienenbus (VT 98) hat der Verein auch noch den Barßeler Jan (Köf) mit zwei angehängten „Donnerbüchsen“ aus den 20er Jahren zu bieten, die für Sonderfahrten im Nahbereich eingesetzt werden. „Wir haben im Jahr durchschnittlich 15 bis 20 Fahrten“, sagt Trumpf. Gefahren wird nach einem festen Fahrplan und es gibt Sonderfahrten.
Befördert wurden in diesem Jahr rund 1500 Gäste. Neben gut ausgebildeten Lokführern und Zugführern, die für die Sicherheit verantwortlich sind, werden immer auch Zugbegleiter gebraucht. Sie versorgen die Fahrgäste mit Getränken und einem Imbiss, beantworten Fragen und unterhalten die Gruppen. „Derzeit haben wir drei Eisenbahnfreunde in der Ausbildung zum Lokführer. Dann verfügen wir über neun Lokführer“, freut sich Trumpf. Die brauche man auch, denn einige stehen noch mitten im Berufsleben und haben nicht immer Zeit.
Durchweg läuft es rund auf dem Schienennetz. Anfang des Jahres gab es aufgrund von Sicherheitsbestimmungen einige Probleme mit der Emsländischen Eisenbahn, als Betreiber des Schienennetzes. Doch die sind beigelegt. „Wir haben uns als MABS dem Eisenbahnverkehrsunternehmen „Ulmer Eisenbahnfreunde“ angeschlossen“, sagt die Vorsitzende. Mehr Informationen gibt es unter
