Rastede - Jetzt ist schon mehr als ein Viertel der Zeit meines Aufenthaltes in Finnland vorbei, wo ich einen Freiwilligendienst in einer Kindertagesstätte absolviere, und ich fahre zum ersten Mal wieder nach Deutschland. Die Weihnachtsfeiertage wollte ich gerne bei meiner Familie im Lehmder Moor verbringen, auch wenn ich zeitig, vor Silvester, wieder zurück in Finnland bin.
Auch wenn ich die Feiertage nicht in Finnland bin, habe ich viele Eindrücke von der Weihnachtszeit in Finnland bekommen. Ich backte mit den anderen Freiwilligen typisch finnischen Pfefferkuchen und lief über den Weihnachtsmarkt in Helsinki. In Tallinn und Stockholm war ich auch auf den Weihnachtsmärkten in den Altstädten. Die skandinavischen Weihnachtsmärkte sind mit den deutschen nicht vergleichbar, aber dennoch schön.
Am 9. Dezember hatten wir in der Kindertagesstätte eine Weihnachtsfeier mit Eltern und Kindern, die sehr schön war. Jede unserer Gruppen hatte eine kleine Aufführung und danach gab es ein kleines Buffet für alle.
Da der finnische Unabhängigkeitstag am sechsten Dezember gefeiert wird, feiert man hier kein Nikolaus, und auch Adventskränze sind nicht populär. Abgesehen davon, ist die Weihnachtskultur der deutschen aber sehr ähnlich. Johanna Kohlisch (18)
Bei 30 Grad im Schatten unter einer Palme am Strand liegen, während das Meer im Hintergrund rauscht und ein kühles Eis für Erfrischung sorgt – und das zu Weihnachten. Da Neuseeland, wo ich seit August meinen Freiwilligendienst als Schulassistentin absolviere, auf der Südhalbkugel liegt, haben wir hier zurzeit Sommer.
Das warme Wetter hält die Neuseeländer aber nicht ab, Weihnachten zu feiern. Selbst wenn wohl kein Einheimischer je Schnee zu Weihnachten gesehen hat, verkaufen die Läden Wollsocken mit Schneeflocken oder Schneekugeln. Ich bin trotzdem noch nicht richtig in Weihnachtsstimmung, obwohl – oder wahrscheinlich gerade weil – wir bei strahlender Sonne ein Lebkuchenhaus und Weihnachtskekse gebacken haben.
Anfang Dezember fand der „Great Kids Can Santa Run“ in Neuseeland statt. Für das Startgeld des Wohltätigkeitslaufes, das krebskranken Kindern zu Gute kam, bekam jeder Teilnehmer ein Weihnachtsmannkostüm. Nach einem kurzen Aufwärmprogramm wurden die über 200 Weihnachtsmänner an den Strand geleitet, wo wir einen zwei Kilometer langen Lauf absolvierten. Es war auf jeden Fall eine Erfahrung, als Weihnachtsmann am Strand im Sommer entlang zu rennen.
Ein Weihnachtsbrauch, den ich live miterleben durfte, ist die „Christmas Parade“. Sie ist vergleichbar mit dem Kramermarktsumzug in Oldenburg, aber viel kleiner. Es fuhren um die 30 Traktoren und Wagen einmal die Hauptstraße entlang.
Meine Schule hatte auch ein sogenanntes „float“ vorbereitet. Auf dem Umzugswagen wurde ein typisches Weihnachtsessen dargestellt: ein gefüllter Truthahn, gekochtes Gemüse und Baiserkuchen. Da viele Kiwis (so nennen sich die Neuseeländer umgangssprachlich) Weihnachten am Strand verbringen, sind Barbecues sehr beliebt.
Ich durfte auf dem Wagen als Bauer mitfahren, denn wir stellten meine Region Taranaki dar, die ländlich geprägt ist. Ein anderer Umzugswagen stellte die Regeln am Weihnachtstag dar und die erste lautete: Die Geschenke werden erst geöffnet, wenn der Vater vom Kühefüttern zurück ist. Sarah Gruninger (18)
Statt besinnlich bei Tee und Kerzenschein am Tannenbaum zu sitzen, sehen die Feiertage bei mir in Südafrika, wo ich seit August einen Freiwilligendienst mache und Kinder im Sport unterrichte, dieses Jahr ein wenig anders aus. Winterjacke, Schal und Mütze werden gegen kurze Hose, Top und Flip-Flops getauscht.
Hier in Südafrika ist der 25. Dezember der Haupttag des Weihnachtsfestes. Statt beispielsweise Kartoffelsalat und Würstchen oder Ente zu essen veranstaltet der Großteil der Südafrikaner ein großes Braai (Grillen). Ansonsten wird genauso nach einem Kirchenbesuch mit der Familie gefeiert wie bei uns auch. Es werden Weihnachtslieder gesungen und Geschenke ausgepackt.
Zurzeit habe ich Sommerferien und unternehme mit einer Gruppe einen Roadtrip. Unsere Route führte uns in Richtung Norden nach Port St. Johns, ein dschungelartiges Gebiet mit tropischem Klima. Bei einem kurzen Ausflug an den Strand genossen wir die kurze Abkühlung an den Beinen, auch wenn man aufgrund der riesigen Population des Weißen Hais eigentlich nicht mal den kleinen Zeh ins Wasser strecken kann.
Mit beiden Beinen und allen Zehen ging es weiter nach Kingsburgh Warner Beach. Die nächsten Tage verbrachten wir in den Drakensbergen, wo wir zwei andere Freiwillige trafen und bis auf 3100 Meter Höhe zum größten Wasserfall Afrikas und dem zweitgrößten Wasserfall der Welt wanderten – aufgrund der diesjährigen Dürre jedoch ohne Wasser.
Nach einem Ausflug in Durban ging es wieder an die Wild Coast nach Bulungula, einer traumhaften Gegend mit traditioneller afrikanischer Lebensweise in der Transkei. Dort feiern wir mit etwa 20 Freiwilligen aus verschiedenen Einsatzstellen Weihnachten. Statt am Esstisch Mamas selbst gemachten Kartoffelsalat mit Würstchen zu essen, werden wir am Strand am Lagerfeuer sitzen und unser gekauftes und laut Plan ausgesetztes und von den Jungen selbst gefangenes und von den Mädchen zubereitetes Geflügel grillen. Natürlich dürfen aber die Weihnachtslieder nicht fehlen, die mit Gitarren- und Trommelbegleitung angestimmt werden.
