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NWZonline.de Nachrichten Kultur

KUNST: Mit zwei Fossilien ins neue Jahr

07.01.2008

OLDENBURG Über den ausgebreiteten Katalogen auf dem Tisch blickt der Oldenburger Ausstellungsmacher Jürgen Steinfeld äußerst zufrieden in die Welt. So wie man eben schaut, wenn das neue Jahresprogramm zwar noch nicht angelaufen ist, aber bereits Anlass zu großen Erwartungen gibt. Anfang und Ende der Kulturspeicherausstellungen in diesem Jahr würden von zwei „Fossilien“ markiert, sagt Steinfeld und nennt ihre Namen nicht ohne Stolz: Strawalde alias Jürgen Böttcher (76) und Werner Knaupp (71).

Ersterer fügt sich nahtlos in das bisherige Programm des Kulturspeichers ein, das in der Vergangenheit immer wieder von oppositionellen Künstlern der Ex-DDR geprägt war. Jürgen Böttcher, der sich nach Strahwalde, dem Ort seiner Kindheit und Jugend nennt, ist als Doppelbegabung eine Seltenheit der Kunstszene: Er ist sowohl ein bedeutender Maler als auch ein anerkannter Regisseur und Dokumentarfilmer.

Wegen ihrer zum Teil abstrakten Formensprache wurden seine Bilder von den kulturpolitischen Entscheidungsträgern der DDR jedoch als staatsgefährdend gebrandmarkt. Auch viele seiner Filme wurden verboten oder noch vor der Aufführung vernichtet. Seit der Wende jedoch werden er und sein Werk mit Preisen überhäuft. 1992 wurde ihm das Filmband in Gold und 2006 die Berlinale-Kamera verliehen, 2003 hatte er eine Ausstellung im Bundeskanzleramt. Der Kulturspeicher zeigt den Berliner Maler vom 1. Februar an im Dachgeschoss des Oldenburger Schlosses.

Den selben Ausstellungsort übernimmt am 25. April der zweite Künstler des Jahres, der geografisch allerdings aus einer ganz anderen Ecke Deutschlands kommt: Harry Meyer ist ein waschechter Bayer. Der Augsburger, Jahrgang 1960, der hier im Norden von der Galerie Moderne in Bad Zwischenahn vertreten wird, ist ein „reiner Landschafter“. Nach den Worten Steinfelds stellt er sich mit seiner Leinwand mitten in die Natur und malt. Das Ergebnis sind wildbewegte Bilder, deren Farben wie aufgespachtelt aussehen.

Das Thema Bildhauerei wird sich 2008 auf einen einzigen Künstler beschränken und auch bei ihm nur ein anderes Genre ergänzen: Der 1949 in Potsdam geborene Bildhauer Hans Scheib, den der Kulturspeicher 2003 mit seinen farbigen Holzskulpturen vorstellte, zeigt von Juli an im Stadtmuseum vor allem seine Kaltnadelradierungen, die – ähnlich wie bei Alfred Hrdlicka – gleichberechtigt neben seinen bildhauerischen Arbeiten stehen. Ein Werkverzeichnis, das zur Ausstellung erscheint, umfasst nicht weniger als 900 Nummern.

Den Jahresabschluss gestaltet der 1936 in Nürnberg geborene Maler Werner Knaupp, den Steinfeld über dessen Freund Harry Meyer kennengelernt hat. In der Vita von Knaupp fällt die Aneinanderreihung von zahllosen Reisen ins Ausland auf – von den Lofoten über Feuerland bis in die Libysche Wüste. „Er reist überallhin, wo es Vulkane gibt“, erläutert Steinfeld. Sie seien sein großes Thema. Und die meisten habe er selbst bestiegen. Eine Auswahl seiner Bilder wird vom 5. Dezember an im Hüppe-Saal des Stadtmuseums gezeigt – fast farblos, in Schwarzweiß oder Grau. Eine Ausstellung „für Puristen“.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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