Sande - Wer sind eigentlich die fremden Menschen, die seit kurzem in Sande leben? Woher kommen sie, was haben sie erlebt, wie kann man ihnen helfen oder einfach mal ins Gespräch kommen und sich kennenlernen? Von Nachbar zu Nachbar sozusagen.
Das dachten sich Meike von Fintel von der evangelischen Kirchengemeinde Sande, Manuela Mohr als Koordinatorin des lokalen Bündnisses für Familie mit ihren Integrationslotsen, die Siedlergemeinschaft Cäciliengroden und das Team vom Jugendzentrum Sande. Gemeinsam organisierten sie ein großes Willkommensfest für Flüchtlinge und machten über die Integrationslotsen viel Werbung dafür.
Großes Mitbring-Büfett
Es hat sich gelohnt: Gut 120 Gäste, mehr als die Hälfte davon Flüchtlinge aus dem Kosovo, aus Albanien, Eritrea, Irak, Ägypten und Syrien, kamen jetzt im evangelischen Gemeindehaus zusammen. Und kaum einer kam mit leeren Händen: die Tische bogen sich unter der Last des internationalen Mitbring-Büfetts. Zu Probieren gab es natürlich vor allem Speisen aus den Heimatländern der Flüchtlinge, darunter Leckeres aus Cous-Cous, Kichererbsen-Salate oder Rosenwasser-Pudding. Das Jugendzentrum hatte wieder seine große Popcorn-Maschine mitgebracht.
Im Mittelpunkt der zwanglosen großen Runde, die Susanne Siefken mit einem Lied auf dem Klavier und Bürgermeister Stephan Eiklenborg mit einer kurzen Ansprache eröffneten, stand das zwanglose Miteinander. Trotz großer sprachlicher Barrieren: Irgendwie gelang es jedem an den Tischen, sich seinem Gegenüber verständlich zu machen, meist aus einem Sprachenmix auf Deutsch und Englisch und Händisch.
Das Bündnis für Familie informierte an zwei Stellwänden über seine vielen Beratungs- und Hilfsangebote und hatte „Notfallkarten“ in Deutsch, Russisch und Arabisch als Wegweiser durch den Alltag vorbereitet. Manuela Mohr stellte zudem das Team der Integrationslotsen vor, die den Flüchtlingen helfen, sich in Sande bei Behördengängen, Arztbesuchen oder beim Einkaufen zurechtzufinden,
120 von 170 schon da
Eiklenborg zufolge muss Sande in diesem Jahr 170 Schutzsuchende aufnehmen. 120 Personen seien schon da. Bisher sei es gelungen, alle Flüchtlinge in gemeindeeigenen Wohnungen oder in von der Gemeinde angemieteten Wohnungen unterzubringen.
Für Bündnis-Koordinatorin Manuela Mohr soll das Fest nicht nur ein Zeichen des Willkommens sein: „Wir wollen auch helfen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen.“
