Molbergen - „Wenn Professor Ivan Hutsul nach Molbergen kommt, gibt es immer etwas Besonderes. Seit 25 Jahren ist er nun regelmäßig Gast in Molbergen“, lobte Molbergens Bürgermeister Ludger Möller. Zusammen mit acht Kunststudenten der Nationalen Iwan-Ohijenko-Universität Kamjanez- Podilskyi (Nähe Lemberg/Lwiw)) hatte der ukrainische Kunstprofessor in Molbergen in diesem Jahr ein Kunstprojekt organisiert. Zum offiziellen Abschluss dieses Projekts stellten die jungen Künstler, die sich elf Tage in der Gemeinde aufhielten, ihre Werke im Molberger Rathaus aus.

„Dieses Projekt, das von der Gemeinde Molbergen, vom Heimatverein Molbergen, vom Heimatverein der Deutschen aus Russland und der Kunstschule Gebertsbauer in Molbergen unterstützt wurde, dient auch dem Kennenlernen über Grenzen hinweg“, so Möller. Der lebhafte Austausch von kunstinteressierten jungen Leuten verstärke die Verbindungen zweier Länder und bereite eine freundliche und langjährige Basis für eine nachhaltige Kommunikation in der Zukunft. So sei es das Ziel des Projekts, durch die gemeinsame Arbeit an Kunstobjekten sowohl die Kommunikationsfähigkeiten der Teilnehmer als auch die tatsächliche Integration in den europäischen Alltag zu verstärken. So sollten durch Ausflüge vor Ort und durch das gemeinsame Malen mit Molberger Schülern das Interesse der ukrainischen Teilnehmer an der deutschen Kultur geweckt und die Freundschaft zwischen den beiden Ländern bekräftigt werden.

Während ihres Aufenthalts in Molbergen, bei dem die Studenten im Ferienpark Landal wohnten, unternahmen sie Fahrten nach Bremen, zur Nordsee und ins Moor. Die Gemeinde hatte ihnen dazu einen Bus zur Verfügung gestellt. In den Werken der jungen Künstler hatte Möller zwei Highlights ausgemacht: Die im Dorfpark maßstabsgetreu aufgebaute Bäker-Mühle sei neben der Kirche mit ihrem markanten Turm auf vielen Bildern zu finden.

Hutsul dankte den Organisatoren für die Realisierung dieses Projekts, das so vor einigen Jahren nicht möglich gewesen wäre. Aber es sei wichtig, Eindrücke zu gewinnen. „Wir haben herzliche und freundschaftliche Beziehungen geknüpft. Diese besondere Atmosphäre in Molbergen ist für uns etwas Besonderes. Es gibt hier eine ganz andere Kultur als bei uns. Die hat uns erstaunt. Für die kreative Entwicklung der jungen Leute ist es wichtig, neue Eindrücke zu bekommen. Wir haben gemerkt: Kunst kennt keine Sprachen.“

Die Kultur, die schöne Landschaft, die Ordnung – das waren die ersten Eindrücke, die den Studenten aus der Ukraine aufgefallen waren, wie sie betonten. Eine besondere Überraschung hatten die Gäste für Pfarrer Uwe Börner parat, der am Tag des Projektabschlusses Geburtstag feierte. Sie schenkten ihm ein Bild seiner Wahl. Es sei ihm „ein Herzensanliegen, ein weiteres Bild für das Pfarrhaus zu kaufen. Denn ich freue mich über diese Art der Völkerverständigung“, so Pfarrer Börner.