Elsfleth - Zum zweiten Mal war jetzt das Leipziger Posaunenquartett „Opus 4“ in der Elsflether St.-Nicolai-Kirche zu Gast. Im 20. Jahr seines Bestehens feierte das Quartett, im Jahr 1994 hervorgegangen aus Mitgliedern des Leipziger Gewandhausorchesters, in Elsfleth wieder einen musikalischen Triumph und begeisterte die Zuhörer mit Kompositionen von der Renaissance bis hin zur Moderne. Das Ensemble spielte auf einem Barockposaunensatz, den der Hersteller aus Marktneukirchen den Musikern als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hatte.
Wenn sie zu einem Konzert wiederkämen, würden sie ein anderes Programm spielen als zuvor, kündigte Opus4-Gründer Jörg Richter an. Eine Ausnahme war aber an diesem Abend sowohl gestattet als auch beim Publikum willkommen. Wie beim Elsflether Konzert 2012 eröffneten die Musiker ihr Repertoire mit Claudio Monterverdis strahlendem „Gloria und Exultent Coeli“. Diese pompöse Atmosphäre der Renaissancezeit setzte das Quartett mit Claude Gervaises „Suite für vier Posaunen“ fort. „Bitte erst nach dem fünften Satz applaudieren“, bat Jörg Richter die Zuhörer. Im Streifzug durch die Jahrhunderte ertönten Stücke weniger bekannter Komponisten wie Josquin de Pres, Thomas Selle oder Hans Leo Hassler, aber auch Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bachs „Lobet des Herren alle Heiden“ hatte ihren Platz in der musikalischen Zeitreise.
Mit Daniel Suttons Posaunen-Arrangement der West Side Story zog die Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts in das Repertoire ein. Mit dem Paradestück für Bass-Posaune, Milton Dieterichs „The Octopus“, glänzte Wolfram Kuhnt, Charles Gounods „Marionetten-Marsch“ und Jacques Charpentiers „Quator de forme liturgique“ beschlossen vor den Zugaben dieses einmalig schöne Konzert. Die Virtuosen auf der Posaune, Jörg Richter, Dirk Lehmann, Stephan Meiner und Wolfram Kuhnt, können sich ihres Elsflether Fan-Clubs sicher sein und kommen hoffentlich zu einem dritten Konzert wieder in die St.-Nicolai-Kirche.
